Monday, July 31, 2006

Zu Fuss durch die gruene Hoelle

Von den herrlichen Perhentian Islands aus war es eine 2-Tages-Fahrt mit Bussen und gefriergekuehltem Zug, der "Jungle Railway", bis wir in Jerantut, dem Eingang zum Taman Negara Nationalpark ankamen. Taman Negara bedeutet auch einfach nur "Nationalpark", denn er war der Erste, der 1938 in Malaysia gegruendet wurde. Der Nationalpark umschliesst eine Flaeche von 4343 qkm und schuetzt den aeltesten Regenwald der Erde, der etwa 130 Millionen Jahre alt ist. Zu dieser Zeit herrschte in vielen Gebieten der Erde noch Eiszeit, weswegen sich der Wald hier besonders ungestoert entwickeln konnte. Der Park ist insbesondere beliebt bei einheimischen und auslaendischen Touristen, da es hier wunderbare Gelegenheiten zu Dschungelwanderungen, Flussfahrten und Hoehlenerkundungen gibt. Und irgendwo in den Tiefen des dunklen Waldes soll es auch noch Elefanten und Tiger geben...
Wir hatten einige ruhige, gemaechliche Tage im Dschungel geplant und fuhren so morgens 3 Stunden mit dem Boot auf dem Tembeling und genossen eine wunderschoene Fahrt auf dem recht braunen Fluss, vorbei an Wasserbueffeln und Leguanen. Angekommen in Kuala Tahan, dem "Basecamp" des Parks ruhten wir uns erstmal aus und gingen mit 4 anderen deutschen Maedels am spaeten Nachmittag zu der Badestelle Lubok Simpon an einem anderen Fluss, wo wir das riesige Glueck hatten, 2 grosse Horden von Affen beobachten zu koennen. Die sprangen in der Daemmerung, einige jedoch recht unbeholfen, von Baumkrone zu Baumkrone und man konnte sie dank lautstarkem Blaetterrascheln sehr gut verfolgen. Am naechsten Tag unternahmen wir dann mit den gleichen Maedels eine Flussfahrt zum "Wasserfall Lata Berkoh", der sich aber eher als Stromschnelle herausstellte. Ein halbstuendiger Wanderweg fuehrte uns durch den Dschungel, vorbei an riesigen Baeumen durch den sattgruenen Wald. Immer im Gefolge einige Muecken, auf dem Boden lauerten schon gierig einige Blutegel, die wir aber zumindest an diesem Tag noch erfolgreich abwehren konnten. Als wir lange genug auf den Steinen gesessen und Fotos gemacht hatten, wanderten wir wieder zurueck und genossen die sanfte Fahrt auf dem kleinen Tahan Fluss. Dieser gilt als besonders schoen, da ueber weite Strecken viele Baueme weit ueber das Wasser ragen und teils kleine Tunnel bilden. Fuer den Nachmittag hatten wir uns nun mit Rune und Martin aus Daenemark verabredet, mit denen wir schon kurzzeitig in Laos gereist waren, also warteten wir auf ihre Ankunft aus Kuala Lumpur. Fuer den naechsten Tag hatten wir uns extra einige ruhige Aktivitaeten wie den beruehmten Canopy Walk durch Baumkronen und eine Nachtwanderung aufgehoben, um dieses Program gemeinsam mit den Jungs durchfuehren zu koennen ... aber wie Kathi schon richtig vermutet hatte, waren die beiden Herren daran eher weniger interessiert, sondern wollten den echten Dschungel und natuerlich Abenteuer erleben. ... also liessen wir uns am Abend bei einem Bierchen von den beiden zu ihrem Abenteuerplan ueberreden.

Am naechsten Tag wollten wir nun eine 5-stuendige Wanderung zu einer Huette ("Hide") unternehmen, dort die Nacht verbringen und zurueckwandern. Soweit der Plan. Wir entschlossen uns, noch vor der Wanderung den beruehmten Canopy Walk zu ueberqueren, damit wir am naechsten Tag keinen Zeitdruck haben wuerden diesen zu erreichen. Nach Provianteinkaeufen und Fruehstueck ging es also los: wir setzten ueber auf die andere Flussseite, liehen uns noch Schlafsaecke, Taschenlampe und Martins ulkige Wanderstiefel von den Taman Negara Headquarters aus und marschierten los auf einem Weg Richtung Canopy Walk . Hier war der Weg noch viel frequentiert, zuviel, wie wir feststellen mussten, als wir an unserer ersten Station ankamen und ca. 100 Leute vor uns auf ihre grosse Stunde auf dem Canopy Walk warteten. Scheisse. 1 h Wartezeit. Der Canopy Walk ist ein Netz aus recht abenteuerlichen Bruecken, die auf ca. 450 m Laenge durch die Baumkronen einiger Urwaldriesen in einer Hoehe von 45 m gespannt sind. Es ist ganz schoen wackelig und eng dort rueberzugehen und man muss sich gut fest halten und ganz wichtig, 5 m Abstand halten. Gut, dass ich nach unserem Dschungelabenteuer in Laos nun keine Hoehenangst mehr habe! Naja, jedenfalls war das Ganze bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit doch etwas anstrengender, als wir vorher vermutet hatten, und so begannen wir unsere Trekkingtour schon leicht geschwaecht.... Deshalb gab's auch schon nach 1 Stunde Mittagessen: von einem Strassenstand hatten wir uns Nasi Lemak, ein typisch malayisches Reisgericht in Papier gepackt, mitgenommen, liessen uns auf einem Baumstamm nieder und assen das Ganze lecker mit den Fingern - irgendwie so richtiges Dschungelfeeling. Danach gingen dann mal so richtig die Strapazen los, denn bei dem Weg handelte es sich leider nicht um einen solchen im eigentlichen Sinne, sondern mehr um eine , Art Pfad, der oft nur mit Hilfe der angebrachten Seile ueberwindbar war (siehe Foto). Staendig ging es bergab, ueber einen Bach und wieder bergauf. In 2 Stunden schafften wir nur 3 km und waren voellig fertig. So hielten wir uns also bei jedem Schritt an den Baeumen fest und hangelten uns vorwaerts.... bergauf, bergab, bergauf, bergab... besonders meine Wasservorraete loesten sich ungewoehnlich schnell auf, was zwar den Rucksack leichter, den Rueckweg aber viel schwerer gestalten wuerde. Ein bestimmtes Tempo musste aber gehalten werden, da es nun auch schon auf den spaeteren Nachmittag zuging und wir natuerlich vor Einbruch der Dunkelheit in dem Hide Kumbang ankommen mussten. Bergauf, bergab, ueber dicke Wurzeln steigen, Mueckenschwaerme, ausgerutscht, Blutegel am Beim, klitschnasses Shirt, bergauf, ueber Baumstaemme, mit den Haaren an gemeinen palmenaehnlichen Blaettern mit fiesen Widerhaken haengengeblieben, Schuhe druecken, bergab weggerutscht und beim Festhalten die Schulter verzogen, Durst, hohe Luftfeuchtigkeit, immer kraeftig am Seil festhalten, dicker Blutflecken von Blutegel auf der Hose, Mueckenstiche brennen, der Schweiss laeuft in die Augen, beim Ueberqueren eines Flusses weggerutscht und nun ein nasser Schuh, bergauf, bergab, neues Mueckenspray verspruehen, Trittsicherheit, ueber einen riesigen Baumstamm klettern und unter einem anderen hindurch, ausser Atem, die Zeit rennt, den Pfad verloren, wo sind ueberhaupt die Jungs?, scheisse, verlaufen. Da sassen wir nun mitten im Dschungel und der Pfad war weg... zum zweiten Mal. Kurze Pause. Irgendwie bricht auch schon die Daemmerung ueber uns herein. Egal, einfach weiter am Fluss entlang durchs Gebuesch. An einem ausgetrockneten Flusslauf entschlossen wir uns, diesem Richtung grossen Fluss zu folgen und finden nach einiger Zeit gluecklicherweise den Pfad wieder. Gott sei Dank. Also schnell weiter. Bergauf versteht sich. Schnell. Auf einmal: Betonstufen im Dschungel, yippie, eine graue Bruecke ueberquert einen See oder Fluss und wir auch. Es kann doch nicht mehr weit sein. Da, ein Schild, ein Wegweiser! 45 min. bis zum unserem Hide, dem Bumbun Kumbang. Wolken ziehen auf. Weiter ueber hohe Baumwurzeln, ueber Steine und Staemme und immer wieder die Schuhe auf Blutegel checken. Der Himmel zieht sich weiter zu und es faengt an, in der Ferne zu donnern. Es wird immer dunkler. Speedwandern. Ich bin schon voellig ausser Atem. Noch ein Schild: nur noch 200 m. Kathi wandert sehr zuegig vorraus, es faengt an etwas zu troepfeln. Da ist er enderlich: der Kumbang Hide. Hochgebaut aus dunklem Holz in einer Lichtung. Wir erklimmen die 25 Stufen, die Daenen konnten nicht mehr mithalten und kommen 2 Minuten spaeter und schon faengt es an zu regnen, zu giessen, zu schuetten. Voellig fertig lassen wir uns auf die dunklen harten Holzbetten fallen. Geschafft. Ziemlich gutes Timing. Fast 8 Stunden lang gewandert. Es wird dunkel. In der Huette warten schon 2 deutsche Paearchen, die sich mit dem Boot haben fahren lassen und ein Ire, der ebenfalls gewandert ist. Wohl irgendwo vor uns. Auch er hat zweimal den Pfad verloren und sich beim Ausrutschen den gesamten Oberschenkel ca. 30 cm lang aufgeschrammt. Nach einem Iso-Drink und noch mal Nasi Lemak geht es uns schon wieder besser. Ca. 1 1/2 Stunden lang leuchteten wir anschliessend mit unseren Taschenlampen den finsteren Wald ab und hofften, dass uns irgendwann grelle Augen entgegenleuchten wuerden, doch ausser Gluehwuermchen und Fledermaeusen war leider kein anderes Lebewesen auszumachen. Noch nicht. Nun stand uns nur noch die Nacht bevor, von der wir schon Schlimmes gehoert hatten... und alles stellte sich als wahr heraus. Um uns vor Ratten zu schuetzen (die hier eine beachtliche Groesse erlangen) befestigten wir alles Essbare mit einer langen Schnur und in Plastiktueten gepackt an der Decke. Wir hofften, uns die Viecher so einigermassen vom Leib halten zu koennen und mummelten uns in unseren duennen Schlafsaecke ein. Besonders Kathi, die eine totale Angst vor Ratten hat, graute es vor dieser Nacht. Schon bald, nachdem wir eingeschlafen waren, hoerten wir sie: Gepiepse, Getrippel, Gerenne. Ich war aber einfach nur totmuede, tat meine Ohrenstoepsel rein und wollte schlafen - bis Martin mich um ca. 1 Uhr aufweckte. " Ehhh, Irmela, so you know, it's your bagpack the rats are eating. You seem to have nuts in there... but we decided to just sacrifice it". Na prima, vielen Dank. Kathi und Ich hatten davon noch nichts mitbekommen und so kletterte ich , von 2 Taschenlampen geleuchtet, sauer runter zu meinem Rucksack und den Ratten. Ich verscheuchte die bloeden Viecher und musste feststellen, dass sie meinen Rucksack schon komplett aufgebissen hatten. Waehrend der Wanderung waren wohl Erdnuesse im Rucksack ausgekippt und die hatten sie sich geschnappt. Die verbleibenden 3 Erdnuesse warf ich aus der Huette, aber da war es eigentlich schon zu spaet. Rucksack im Arsch. Ca. 2 Stunden spaeter gab es erneut Aufruhr und grosses Gelaechter. Die Ratten waren an der Schnur runtergeklettert und machten sich ueber die Essensvorraete der deutschen Paearchen her. Da hing nun also die Ratte in einer rosa Plastiktuete an einer 2 m langen Schnur von der Decke eines Hides mitten im malayischen Dschungel und frass Reis, Huehnchen und Cracker.... der ca. 20 cm lange nackte Schwanz hing heraus. Kathi fand's nicht wirklich witzig. Hmm. Interessantes Bild. Voellig fertig, mit uebelst zugequollenen Augen standen wir am naechsten Morgen frueh auf und packten schnell zusammen. Schon am Vortag war fuer Kathi und mich klar gewesen, dass wir NICHT wie geplant zurueckwandern, sondern ein Boot nehmen wuerden. Also machten wir uns schnellstens auf den nassen 45-minuetigen Weg zum Fluss, wehrten wenig erfolgreich die vielen Blutegel ab (die immer bei Regen besonders zahlreich sind), nahmen das erste Boot und fuhren zurueck in die Zivilisation. Auf dem Boot stellte ich fest, was die Ratten noch so alles gefressen hatten: meine Pillenpackung (!) und mein NoBite-Insektengel. Wir verdammten sie erneut und wuenschten ihnen ewige Unfruchtbarkeit, so. Innerhalb von weiteren 20 Minuten hatten wir uns von Rune und Martin verabschiedet, sassen im Bus in die naechstgroessere Stadt Jerantut, voellig verschlammt und fertig, mit blutigen Beinen und durchgeschwitzt. Ein Segen war da ein schnelles Fruehstueck von Kentucky Fried Chicken. Von dort aus in die naechste Stadt Temerloh und weiter mit dem naechsten Bus auf dem supermodernen Highway nach Kuala Lumpur - K.L., wir kommen und wir werden dich lieben!

Thursday, July 27, 2006

Perhentian Islands - unser Paradies

Schon im Lonely Planet steht: "Beachlovers unite". Und tatsaechlich trafen wir waehrend unseres Trips schon viele begeisterte Perhentian-Schwaermer. Die kleinen Perhentian Islands liegen an der Nordostkueste von Malaysia, 21 km vom Festland entfernt, und es gibt keine Autos, keinen Strom, kein Telefon und keine Hochhaeuser. Bloss traumhafte leuchtend-weisse Sandstraende mit dunkelgruenem Dschungel im Hintergrund, das strahlendste tuerkis-blaue Wasser, was wir je gesehen haben und dazu die absolut farbenfroheste Unterwasserwelt, die man sich vorstellen kann. Ein wahres Taucher- und Schnorchlerparadies. Und sowieso ein echtes Paradies.... was sich uns jedoch erst am zweiten Tag offenbarte. Der Erste war leider gepraegt von einer grausam kalten Nachtbusfahrt mit Ankunft um 4 Uhr morgens in einer kleinen, noch voellig schlafenden, touristenabzockenden Stadt und einer Wartezeit von 5 weiteren Stunden, bevor wir endgueltig aufgaben, ein Slowboat zu finden, fuer das wir bereits Tickets gekauft hatten. Entnervt zahlten wir einfach den Aufschlag fuer ein Fastboat, auch wenn wir diesen Zusatzverdienst den unaufhoerlich ueberlegen grinsenden Bootbetreibern niemals gegoennt haetten. Um ca. 10 Uhr, nach einer recht holprigen Bootsfahrt, auf der Insel angekommen schien es schier unmoeglich noch eine Unterkunft aufzutreiben; viele Traveller rannten schon schweissgebadet und leicht aengstlich von Anlage zu Anlage. Etliche mussten die Nacht in Restaurants am Strand verbringen, hoerten wir am naechsten Morgen. Wir allerdings erwischten die letzte Huette der Symphony Bungalows, die mit Abstand die ekelhafteste, stinkenste und kleinste Unterkunft war, in der wir es auf der gesamten Reise aushalten mussten. Die Ritzen zwischen den -teils auch fehlenden- Brettern in Boden und Wand waren so gross, dass staendig riesige Echsen und Muecken hindurchkamen. Das mit Palmenblaettern gedeckte Dach wuerde keinem Regen standhalten. Und unsere Betten: ueber schmutzigen durchgelegenen Matratzen hingen Moskitonetze mit 10 cm grossen Loechern, was den Sinn dieser Einrichtung erheblich einschraenkte. Strom (also auch gestank- und mueckenvertreibende Ventilatoren) gab es natuerlich nur von ca. 18:30 an die Nacht hindurch und die Toiletten sowie die gruen-verschimmelten Duschen stanken stechend im Umkreis von 20 Metern. Ausserdem hatte sich der Himmel seit wir angekommen waren tiefgrau gefaerbt, genau so wie unsere Laune, denn wir waren noch totmuede von der harten Anreise. Am Nachmittag schliefen wir einige Stunden am Strand und nach einer weiteren Inspektion der sanitaeren Anlagen entschlossen wir uns, das Meer zu unserem Badezimmer zu erklaeren. So hatten wir uns das vermeitliche Paradies irgendwie nicht vorgestellt. Hmmm.

Am zweiten Tag standen wir frueh und voellig verstochen auf, um den wunderschoenen Sonnenaufgang (siehe Foto oben) zu bewundern und eine andere Unterkunft zu suchen (die Bedingung um noch laenger auf der Insel zu bleiben). So schnell wollten wir das Paradies nicht aufgeben! Also suchten wir uns eine ansprechendere Bungalowanlage und liessen uns ganz stur nicht -so wie die anderen- wegschicken, bis wir das erste freiwerdende Zimmer bekamen... juhuu! Um dieses zu sichern, mussten wir zwar erst eine 10-Minuten-Packaktion (man erinnere sich an die Ausmasse unserer Rucksaecke) und einen 300-Meter-Strandsprint einlegen, aber uns war alles egal. Schon viel besser gelaunt und schweissgebadet starteten wir gleich darauf zu einem Schnorcheltrip mit 2 schwedischen Familien. Die letzten Wolken verzogen sich und die warme Sonne schien freundlich auf uns herab. Zuerst stand der Turtle Point auf dem Programm und tatsaechlich: sofort, nachdem Kathi und Ich eilig und neugierig ins Wasser gesprungen waren, schwamm sie unter uns hindurch - eine riesige Meeresschildkroete. Wir folgten ihr ca. 10 Minuten, hatten alle anderen Schnorchler laengst abgehaengt und konnten beobachten, wie sie sich noch mit einer zweiten Schildkroete traf und quasi zu Mittag ass, wie suess. Kathi war besonders nah dran (siehe Foto). Fantastisch, einmalig, total ueberwaeltigend... ein irres Gefuehl, so nah, ueber der mind. 1 Meter grossen Schildkroete zu schwimmen und sie so nah beobachten zu koennen. An der zweiten Schnorchelstelle, dem Sharkpoint, sahen wir eine wunderschoen bunte Fisch- und Korallenwelt und viele Anemonenfische (Nemofische) und dann, nachdem wir mit dem Boot ein bisschen um die Ecke gefahren und wieder ins Wasser gesprungen waren, sahen wir ihn: den Blacktip Hai. Direkt unter uns schwamm er durch, aufgeregt stiess ich Kathi an und wir schwammen dem graugefaerbten Hai hinterher was das Zeug hielt. Bestimmt 1.50 m gross beeindruckte er durch seine Eleganz. Mit seinen ruhigen anmutigen Bewegungen schwamm er uns allerdings irgendwann davon (unglaublich wie schnell die sind) und wir konnten unser Glueck kaum fassen. Fetter Hai, und das bloss beim Schnorcheln, yippie! Fast euphorisch schwammen wir zurueck zum Boot und sahen auch noch einen Rochen und andere bunte Fische entlang des Weges. Beim naechsten Halt machte sich unser Bootsfuehrer einen enormen Spass daraus, die Fische mit Brot anzulocken, welches er natuerlich direkt auf Kathi und mich warf, und wir uns so juchzend innerhalb von wenigen Sekunden inmitten hunderter bunter und wuselnder Fische (siehe Foto) befanden, die alle aufgeregt und etwas glitschig um uns herumschwammen und probierten Futter zu ergattern... und der ein oder andere zwickte uns dabei natuerlich leicht, was die Lautstaerke unseres Treibens natuerlich nur steigerte. Unsere darauffolgende Mittagspause verbrachten wir dann in dem einzigen, natuerlich muslimischen, Dorf der Insel, wo wir waehrend unseres Mittagessens erstmal die vielen herumlaufenden Laemmer und riesen Huehner fuettern durften - quasi auf Anweisung des bestaendig lachenden Restaurantbesitzers, denn die Gurken sollten nicht veschwendet werden. Wir lernten, dass die Tiere sogar ueber in Sosse getunkte Servietten herfallen...jaja. Den wunderschoenen Abschluss der Tour bildete der Turtle Beach (auch Romance Beach) auf der grossen der beiden Inseln, der absolut der traumhafteste Strand war, den wir je gesehen hatten. Absolut leuchtend weisser Sand mit Palmen und Dschungel im Hintergrund. Sogar die Strandexpertin Kathi war begeistert. Bevor wir fuer eine letzte Runde Schnorcheln ins absolut glasklare tuerkise Wasser sprangen, mussten wir einfach noch ein paar Bilder an diesem unglaublich weissen Strand machen. Ausser unserem Boot ankerte nur ein weiteres in der kleinen geschuetzten Bucht, so dass Kathi und Ich den Strand teilweise fuer uns alleine hatten. Wie genial und einfach unglaublich. Direkt vom flachen Strand aus konnten wir dann Schnorcheln gehen, nach nur wenigen Schritten die ersten sandfarbenen Fische, und bald darauf ein weiteres Stueck atemberaubender Unterwasserwelt mit vielen regenbogenfarbenen Fischen, bunten Korallengaerten und vielen Anemonen mit lustig gestreiften Nemofischen darin. Oft schwammen wir durch riesige Fischschwaerme und sahen sowieso staendig Neues. Diesen schoenen Tag rundeten wir dann noch mit einem wunderbaren Abendessen ab. Es gab frischen gegrillten King Fish in unserem geliebten Palm Tree Cafe direkt am Strand mit in den Sand gestellten Tischen und bei Kerzenschein. :-) Tage wie dieser.....

Am naechsten Morgen hatten wir uns fuer den Mittagstauchgang um 13 Uhr angemeldet und so fuhren wir mit unserem Divemaster Yolanda in die naechste Bucht D'Lagoon. Natuerlich konnten wir nicht so viel Glueck wie am Vortag mit unserem Schnorcheltrip erwarten, aber wir sahen einen riesigen Rochen, mit einem ca. 1-m-langen Koerper einem 1-m-langer Schwanz daran, der selbst Yolanda ueberraschte. Ausserdem liessen wir unsere Haende unter Wasser von winzigen durchsichtigen Cleanershrimps reinigen, die munter auf unseren Haenden hin und her huepften.
Den weiteren Tauchgang unternahmen wir dann gleich morgens frueh am naechsten Tag zum sehr beliebten "Pinnacle" und es sollte unser schoenster Tauchgang werden.... Hunderte Fische in atemberaubenden Schwaermen, ein kleiner Hai, der sich hinter einem Stein versteckte und eine wirklich riesige braune Moraene mit hervorstechenden Augen, deren Kopf alleine ca. 50 cm gross war (den Rest wollten wir dann lieber auch gar nicht sehen), starrte uns aus einer Felsnische an. Wir hatten richtig Glueck mit unserem Divemaster, denn sie fand wirklich alle erdenklichen Wasserbewohner: Tintenfische, Pufferfish, Parrotfish, viele Clownfish, Angelfish, Triggerfish, Nudibranch und so vieles mehr (fuer alle die sich auskennen). Einfach ueberweltigend, die Insel ist wirklich zu empfehlen. Nach einem weiteren entspannten Schnorchelgang am spaeten Nachmittag, beobachteten wir noch ein bisschen die Einheimischen beim Arbeiten (so wie der kleine Junge auf dem Bild), waehrend wir uns faul in der Sonne aufwaermten. Am Abend liessen wir es uns erneut bei leckerem gegrilltem Fisch gut gehen, als wir wieder mal feststellten, wie klein die Welt doch ist. Waehrend wir so am Strand mit den Fuessen im Sand sassen, sagte ich zu Kathi "Guck mal, der da vorne sieht aus wie George (mit dem fuer ueber 6 Wochen lang durch Myanmar und Laos gereist waren), hmm." Kathi: Aha ja, wer denn?" Und da wurde es uns beiden schlagartig klar : "Das ist George!" Sofort stuermten wir zu ihm und George weinte fast vor Ueberraschung und Freude. Seit meinem Krankenhausaufenthalt hatten wir uns nun nicht mehr gesehen..... und auch nicht weiter verabredet und hier sassen wir nun zusammen im gleichen Restaurant am Strand, einfach unglaublich. Denn auch George hatte mit seinem Fahrrad einige Unfaelle gehabt und war eigentlich so weit hinter unserer Route zurueck, dass wir uns erst fuer naechstes Jahr in Europa verabredet hatten.... wie gesagt, so klein ist die Welt. Welch wunderschoener Abschluss fuer unseren traumhaften Aufenthalt auf den Perhentian Islands!

Thursday, July 20, 2006

Penang, Malaysia

Juhuu, ein weiterer Stempel in unserem Reisepass! Mit dem Minibus fuhren wir von Hat Yai im Sueden Thailands direkt Richtung Georgetown auf Penang, was im Norden von Malysia liegt. Noch in Thailand merkte man den islamischen Einfluss staerker werden und schon bald erwarteten uns in Malaysia grosse Moscheen und viele verhuellte Frauen mit Kopftuechern. Gleich irgendwie ein voellig anderes Gefuehl, waren unsere bisherigen Reiselaender doch eher buddhistisch gepraegt gewesen. Nach einer kurzen Faehrfahrt mit Blick auf die hell erleuchtete Skyline von Georgetown, kamen wir abends um ca. 21 Uhr in der Chulia Street an und wurden auch bei der Hostelsuche gleich fuendig. Ich hatte natuerlich Hunger (wie sollte es auch anders sein) und so wollten Kathi und Ich noch schnell einen Happen essen gehen. Auf der langen Fahrt hatte ich in unseren Reisefuehrern schon so viel ueber die malayische Kueche gelesen, dass ich es kaum erwarten konnte! Gleich nachdem ich mich genuesslich in mein Huehnchen mit Reis vergraben hatte, stockte mir der Atem... oh nein, scheisse! Kathi guckte mich erwartend an, was? Ich kaute auf meinem Reis herum und spuckte ein einsames Goldinlay in meine Handflaeche... na prima. Wir wollen ja nach Krankenhaus und Handtaschenklau schliesslich keine Huerde auslassen....hmm. Also trabten wir am naechsten Morgen erstmal los, suchten einen Zahnarzt und wurden auch fuendig... in Chinatown. Leider konnte ich erst einen Termin fuer den naechsten Tag ergattern, kann nun aber wenigstens behaupten, mein Inlay in einer winzigen 2-Raum-Praxis in Chinatown, Georgetown auf Penang in Malysia wieder eingesetzt bekommen zu haben (fuer 10 Euro) und Chinesen sind mir auch weiterhin sympathisch :-).

Zwei Tage lang erkundeten Kathi und Ich dann die wirklich unheimlich vielfaeltige und beeindruckende Stadt mit ihren vielen ethnisch verschiedenen Bewohnern und Stadtvierteln, die sich so harmonisch ineinanderfuegen. Nicht weit von der Moschee, steht ein chinesischer Tempel, gegenueber davon liegt Little India mit Hindutempeln und gleich um die Ecke steht eine methodistische Kirche, ein Stueck weiter historische viktorianische Bauten. Das hoert sich geschrieben irgendwie nicht besonders aufregend an, wenn man sich aber noch das Gewusel der voellig verschiedenartig gekleideten Bewohner der Stadt dazu vorstellt, wird es schon interessanter. Inderinnen in bunten Saris und Kostuemen, Chinesinnen im kurzen Rock und Muskelshirt, ein muslimisches Ehepaar: er in Shorts und Shirt, sie voellig schwarz verhuellt bis auf die dunkel glaenzenden Augen, ein malayischer Rikschafahrer, der mit seiner bunten alten Rikscha um die Ecke gerattert kommt, der Rauch der riesigen Mengen von chinesischen Rauecherstaebchen, der durch die Strassen zieht, ein Moslem ganz in Weiss auf dem Weg zum Gebet, Staende mit bunten Blumen fuer Tempelbesuche, der exotische Duft aus unzaehligen Garkuechen und irgendwo dazwischen wir, voellig fasziniert und gefangen in der einmaligen und irgendwie so friedlich wirkenden Atmosphaere.
Inmitten dieser ganzen Stimmung haben wir uns nun also den Sehenswuerdigkeiten gewidmet. Wir fingen an mit dem Fort Cornwallis, das einst von der East India Company gegruendet wurde und ausschlaggebend fuer die gesamte Entwicklung und die heutige Wirtschaftskraft der Stadt wurde. Gleich daneben stehen die viktorianische Town Hall und die City Hall, sowie das Gericht. Unser Weg fuehrte und durch China Town und Little India, vorbei am chinesischen Goddess of Mercy Tempel und dem hinduistischen Mahamariamman Tempel zur Kapitan Keling Mosque, die nach einigen Erweiterungen schon seit 1801 steht. Vorbei an den historischen Gebaeuden der chinesischen Goldschmied- und Zimmermanngilde, ging es zum chinesischen Hainan-Tempel bis hin zur Cathedral of the Assumption. Mittlerweile waren wir nun wirklich kreuz und quer durch die Stadt gelaufen und goennten uns erstmal eine Pause an einem der ganz tollen und billigen Fruchtstaende, die ueberall am Strassenrand aufgebaut sind: frische Ananas, Aepfel, Papaya, Lychees und Rambutan am Spiess, saftige Honig- und Galiamelonen, Jackfrucht, Drachenfrucht, Weintraubenspiesse... alles schoen in mundgerechten Portionen geschnitten und absolut zu Pfennigpreisen erhaeltlich - dazu frischgepressten Orangensaft. Besonders Kathi konnte ich von diesen Staenden kaum mehr wegziehen.... Und noch eine ganz tolle Sache entdeckten wir mehr oder weniger zufaellig auf unserer Fahrt mit dem kostenlosen Shuttlebus rund um die Stadt: die Komptar Shopping Mall. Riesiges Shoppingvergnuegen auf 5 Etagen. Das sollte uns erstmal fuer die naechsten 4 Stunden beschaeftigen, denn wer kann schon einer Fuelle an 3-Euro-Uhren und 12-Euro- Schuhen widerstehen? Ausserdem brauchte ich ja ein Trostpflaster fuer meinen Zahn... Zugegebenermassen teilweise etwas teurer als in Thailand, aber ein paar Schnaeppchen konnten wir schon ergattern. :-) (Ja, wir koennen unsere Rucksaecke noch tragen)

Eine ueberraschende Begegnung hatten wir dann auch noch mit dem Islam. Als wir grade an der Kapitan Keling Moschee vorbeigingen und ein paar Fotos schossen, wurden wir aufgeregt von einem jungen Herren auf das Gelaende der Moschee gewunken. Er war der engagierte tourist guide der Anlage, dessen Aufgabe es war verunsicherten Touristen die Moschee und den Islam naeherzubringen. Nie haetten wir gedacht, als Frau so freundlich in einer Moschee empfangen zu werden... ok, also gings zusammen mit einem schweizer Paearchen los. Naterlich mussten wir uns alle dunkelblaue sackartige Kutten ueberwerfen, allerdings nicht unsere Haare bedecken. Ueber eine Stunde wurden wir also extrem engagiert durch die gesamte Moschee und das Gelaende gefuehrt und bekamen viele interessante Erlaeuterungen zum Islam, zur Rolle der Frau, zum Koran und vor allem Vergleiche mit dem Christentum und Judentum erzaehlt. Und wir bekamen zum Abschluss sogar noch ein Heftchen ueber den Koran geschenkt, wirklich total aufmerksam. Wusstet ihr etwa, wie verdammt oft Jesus im Koran vorkommt?

Ein weiterer Halbtagesauflug fuehrte uns dann noch auf den ca. 20 min. entfernten Penang Hill, auf den es in 30 Minuten steil bergauf mit einer Art Zahnradbahn geht (sieht genauso aus wie in den Alpen). Auf der Spitze befinden sich die hoechste Moschee des Landes, ein Hindutempel, sowie verschiedene Essensstaende und Aussichtspunkte, von denen aus man normalerweise eine fantastische Sicht auf Georgetown und die Insel hat... wenn: nicht grade schwarzgraue Wolken aufziehen und gleichzeitig der Rauch der abgebrannten Regenwaelder aus Indonesien rueberzieht. Als wir grade mal 10 Minuten auf dem Gipfel waren, gab es einen enormen Wolkenbruch und wir konnten uns grade noch in den besagten Hindutempel fluechten und zusehen, wie -wohl nach einer groesseren Feier- der Tempel fein saeuberlich abgeschmueckt wurde. Zusammen mit einer muslimischen Familie warteten wir ueber 45 Minuten die sintflutartigen Regenfaelle ab, bevor wir uns wieder unter dem Dach hervortrauen konnten.

Weiterhin bietet Penang, das ja schliesslich ein Insel ist, natuerlich auch die entsprechenden Sandstraende, vor allem im touristisch ausgebauten Ort Batu Ferringhi im Norden der Insel. Auch dahin fuehrte uns ein Ausflug. Wir kamen an einen wirklich recht ansprechenden Strand, der jedoch durch die internationalen Urlauber eine eher eigenartige Atmosphaere hat. Die Touristen kommen naemlich vor allem aus islamischen Laendern und so sieht man nicht wie sonst Bikinis so weit das Auge reicht, sondern Stuehle, auf denen komplett schwarz verhuellte Frauen fein saeuberlich getrennt von ihren Maennern sitzen. Naja, einige Frauen tragen auch malayisch-bunte Tracht. Alle zusammen schauen dem sehr regen Wassersporttreiben am Strand gespannt zu: Bananaboat, Jetski und Paragliding sind hierbei wohl die Favoriten und die Frauen gehen wirklich mit voller Montur aufs Boot... oder in die Luft. Wir goennten uns ein reichhaltiges Mittagessen im 5-Sterne-Grand Plaza Parkroyal, leider zu europaeischen Preisen, und verbrachten anschliessend noch einige Zeit auf den Liegen an der schoenen Poollandschaft... voellig voll gestopft konnten wir uns kaum bewegen. Wie schoen.

Monday, July 17, 2006

Traumstraende auf Ko Samui

Ko Samui ist die Hauptinsel eines Archipels von ca. 80 Inseln im Suedwesten des Golfs von Thailand und eine der beliebtesten Inseln auf dem deutschen Markt. Das konnten wir auch schon kurz nach unserer Ankunft feststellen, denn nirgends haben wir fuer eine lange Zeit so viel Deutsch gehoert und so viele deutsche und oesterreichische Restaurants gesehen. Schnitzel ist quasi ueberall erhaeltlich. Die vielen verschiedenen Straende der Insel sind alle mit netten Bungalowanlagen und Restaurants gepflastert. Von sehr einfachen Bambus- ueber Holz- bis hin zu vollklimatisierten Betonbungalows mit allen Annehmlichkeiten ist wirklich alles vertreten. Das Schoene ist, das die Anlagen wenigstens nicht hoeher als Kokospalmenhoehe gebaut sind und sich so meist noch einigermassen gut in die tropische Landschaft einfuegen. Nach einem Tipp entschieden wir uns fuer den zweitbekanntesten aller Straende, den Lamai Beach an der Ostkueste, gleich im Sueden des beliebtesten und leider extrem kommerzialisierten Chaweng Beach. Unsere Bungalowanlage lag natuerlich auch direkt am Strand, etwas fernab des Zentrums, was uns endlich mal wieder richtig viel und tiefen Schlaf bescherte. Wohl genaehrt wurden wir natuerlich auch (es lebe das Schnitzel in allen seinen Variationen) und so schafften wir es, uns ein bisschen am schoenen weissen Sandstrand unter Palmen zu entspannen. Das beruehmte Nachtleben des Chaweng Beach mussten wir natuerlich unbedingt auch noch pruefen und so betrachteten wir in der "Club- und Abschleppbargegend" das Raggae Pub und Sweet Soul Cafe (und kurz den Burger King), bevor wir uns entschlossen einige Stunden im Green Mango zu den neuesten House- und Dancesounds zu tanzen... irgendwie alles ein bisschen wie Ibiza oder der Muenchner Kunstpark...naja. Leider spielt hier das Wetter im Moment wirklich verrueckt und wir mussten uns ca. alle 1-3 Stunden einen Unterschlupf vor einem oft recht krassen Wolkenbruch suchen, und so entschlossen wir uns nicht wie geplant etwas laenger, sondern nur 3 Tage auf der Insel zu verbringen und uns stattdessen mal wieder auf unsere eigentliche Reise Richtung Sueden zu begeben. Ab nach Malaysia... da gibt es ja auch noch ein paar schoene Inseln zu sehen. Also verabschiedeten wir uns von den so viel gelobten Traumstraenden der Insel und machten uns per Faehre auf zurueck zum Festland.

Thursday, July 13, 2006

Ko Phangan und die legendaere Full Moon Party

Ko Phangan liegt in der Mitte von Ko Samui und Ko Tao und ist bei den meisten Leuten vor allem wegen einem bekannt: der FULL MOON PARTY. Fast jeder Backpacker probiert seine Route so zu legen, dass er an dieser einmal im Monat zur Vollmondnacht (wer haette das gedacht) stattfindenden Party am Haad Rin Beach teilnehmen kann. Schon Tage vorher sind alle Unterkuenfte in Strandnaehe ausgebucht und viele Partygaeste kommen sogar nur fuer die Party mit Sonder-Booten von den Nachbarinseln herueber, um das Unterkunftschaos zu vermeiden. Wir stuerzten und natuerlich mitten rein ins Getuemmel, aber dazu spaeter mehr.

Nachdem wir also schweren Herzens unser geliebtes Ko Tao nach einer weiteren durchtanzten Nacht (wir mussten ja schliesslich Deutschland's 3. Platz feiern) verlassen hatten, sah unser Plan ein Treffen mit 2 von Kati's Freunden vor, die sich grade auf Ko Phangan auf Hochzeitsreise befanden. Da uns der Bus erstmal am falschen Strand rausliess, (Ban Thai anstatt Ban Khai), danach kein Taxi aufzufinden war, niemand uns weiterhelfen konnte und auch noch dicke Wolken aufzogen, mussten Kathi und Ich im Endeffekt unsere 20-Kilo-Rucksaecke mehr als 1,5 Kilometer am voellig leeren Strand entlang einiger kleiner Bungalows schleppen (man bedenke den weichen nachgebenden Sand), um endlich voellig schweissgebadet in der Phangan Lodge anzukommen, welche die beiden netterweise fuer uns vorgebucht hatten. Meine Beine habe ich noch 2 Tage spaeter deutlich gespuert..... Gott sei Dank folgte aber ein leckeres Abendessen mit Dina und Bernd, das fuer den langen Marsch entschaedigte. Nur bis 1 Uhr wach zu bleiben um das WM-Finale anzuschauen haben wir an diesem Abend nicht mehr ganz hinbekommen, totz gestelltem Wecker. Nachdem wir uns von nach einem gemeinsamen Fruehstueck von den beiden Hochzeitsreisenden verabschiedet hatten, fuhren Kathi und ich nach Haad Rin um eine Unterkunft naeher an der Partystaette zu finden. Von einem Tauchlehrer auf Ko Tao hatten wir einen Tipp bekommen und wirklich richtig viel Glueck den wahrscheinlich letzten Bungalow am Hat Rin Beach an einem Hang (mit ganz toller Aussicht, siehe Foto) zu ergattern. Juhuu! Nun stand einer tollen Full Moon Party nichts mehr im Weg... ausser einer ganzen Fussballmannschaft voll Kakalaken, die unseren Bungalow bewohnte. Wir wollten ihnen schon Namen geben... Bewaffnet mit Anti-Insekten- uns spaeter mit dem wirksameren Anti-Kakalaken-Spray ging es den Viechern an den Kragen. Kathi und Ich entwickelten ein System, mit Spray, Besen und schnell aufs Bett huepfen (ein bisschen wie Kakalaken-Eishockey), welches ihnen nach unserem ersten kreischenden Entdecken nur maximal eine weitere Lebensminute schenkte, bevor wir triumphierend ihr qualvolles Ableben beobachten durften. Hah! Erstmal hatten wir aber noch zwei geruhsamere Tage vor uns, sonnten uns an verschiedenen Straenden und gingen ein bisschen shoppen... man wollte ja fuer die Party auch vernuenftig gekleidet sein. Wir raeumten unser Zimmer komplett frei von Wertsachen und verstauten alles im Safe, denn natuerlich werden immer, wenn sich alle am Strand befinden, grosse Einbruchserien veranstaltet. Deswegen gilt auch die Warnung, auf die man wirklich ueberall und von jedem trifft: keine Handtaschen mit zur Party nehmen, wirklich nur Geld uns sonst nix. Wir entschieden uns allerdings noch fuer eine Einwegkamera... koennen deshalb hier aber leider keine Partybilder praesentieren, sorry. Wir "uebten" einen Abend vorher schon mal einen Bucket zu trinken und mussten feststellen, dass diese auf Ko Phangan staerker als auf Ko Tao sind. Ausserdem arbeiteten wir einen Party-Schlachtplan aus, wie wir es ohne Probleme aushalten wuerden, bis 6 Uhr morgens durchzutanzen: kein Bier vor 12, keine Buckets (siehe letzter Blog) vor 2 Uhr und mittendrin essen. OK, viel Vorbereitung, nun konnte es losgehen.
Um 22:30 hatten wir uns mit einigen Easy Divers in der Mountain Bar bei uns am Hang verabredet um den Abend mit einer tollen Aussicht auf das Getuemmel einzuleiten. Als wir ankamen waren schon alle da und sofort wurde begonnnen uns auch gebuehrend zu schmuecken. Jeder bemalt sich naemlich mit Body-Painting-Farben, die dann spaeter im Schwarzlicht so richtig schoen leuchten (auf dem Foto sieht man einen Stand der "professionellen Maler"). Wir konnten uns den peinlichen Bemalungen entziehen und so bekam ich ein Herzchen, eine Blume und ein EZ (steht fuer englisch easy, das wiederum fuer Easy Divers) auf den Arm gemalt. Viele Leute laufen wirklich mit Halb- oder Ganzkoerper-Bemalungen rum oder irgendwelchen (peinlichen) Spruechen. Ab ca. 00:30 Uhr ging es dann runter zur Party-Strand-Meile und ab da wurde ausgiebig am Strand unter Palmen und zusammen mit ca. 10 000 anderen Tanzwuetigen aus aller Welt gefeiert. Ueberall sah man die beliebten Buckets mit Vodka oder thailaendischem Whiskey und viele, viele amuesierte Gesichter. Das Vorurteil, dass nur House gespielt wird, stimmte auch nicht. Jede Bar legt andere Musik auf (R'n'B, Rock, Raggae, Drum'n'Bass...) und so kann man die ganze Zeit lustig hin und her wechseln und fuer jeden ist was dabei. Mein absolutes Highlight war dann der Sonnenaufgang: zu ueberraschend guter Musik im weichen Sand unter Palmen und direkt am tuerkisblauen Meer in den irgendwie friedlichen Sonnenaufgang hineinzutanzen war einfach ein klasse Gefuehl! Um ca. 7:00 verliessen wir dann den sich langsam leerenden Strand, die Party dauerte allerdings noch einige Stunden an, und ich waere am liebsten mitten drin gewesen... aber vernuenftigerweise liess ich mich von Kathi zum Gehen ueberreden.
Am naechsten Tag schliefen wir erstmal aus und goennten uns ein langes Fruehstueck, waehrend die letzten Partyleichen noch am Strand lagen oder im Meer schwammen... der Strand wurde flink von vielen Thais aufgeraeumt und sah schon wieder halb sauber aus. Die wuchtigen Lautsprecheranlagen wurden abgebaut, genau wie das riesige Bild aus Feuer "Amazing Thailand" (der Tourismusslogan, wie alle RVK's wissen), das zwischendurch feierlich gebrannt hatte. Wir werden die Full Moon Party in aeusserst guter Erinnerung behalten, denn trotz so vieler betrunkener Partygaeste kam es zu keiner Schlaegerei oder Agressionen und wir haben noch nicht mal von irgendwelchen Diebstaehlen gehoert... auf jeden Fall eine der besten Parties, auf der wir beide je waren :-)

Wen's interessiert hier noch ein bisschen Background: als eine der ersten Anlagen gab's am Haad Rin Beach, die sehr einfachen Paradise Bungalows: einige Holzhuetten ohne Elektrizitaet. Gegessen wurde mit dem Besitzer Mr. Sutti und seiner Familie. So entwickelten sich zwischen ihm und einigen Travellern enge Freundschaften und eine von diesen fuehrte zu einer Abschiedsparty, die Mr. Sutti im Mai 1989 fuer seinen australischen Freund organisierte. Diese Party fand ausgerechnet in der Vollmondnacht statt, und beinhaltete Musik von einer generatorenbetriebenen Stereoanlage mit Rockmusik und ein grosses Feuer am Strand. Damals kamen ca. 50 Leute, die bis ins Morgengrauen tanzten. Da alle uebereinstimmten, der Vollmond habe eine besonders magische Atmosphaere erzeugt, plante Mr. Sutti fuer den naechsten Monat eine weitere Party. Heute kommen monatlich 10 000 Leute aus aller Welt zur Vollmondparty.

Saturday, July 08, 2006

Tauchen auf Ko Tao

Ko Tao - die Schildkroeteninsel - gilt fast weltweit als DER Tipp, wenn es darum geht das Tauchen zu lernen. Die kleine Insel liegt im Golf von Siam gleich neben den groesseren und bekannteren Inseln Ko Phangan und Ko Samui, die wir uns spaeter auch noch ansehen werden. Von Bangkok aus fuhren wir mit dem Nachtzug nach Chumphon und nahmen von dort die munter schwankende Schnellfaehre nach Ko Tao, so dass wir um 10 Uhr morgens in diesem kleinen Paradies ankamen. Fuer die ersten Tage mieteten wir uns einen Bungalow direkt am Strand, bis dann unser Tauchkurs bei Easy Divers (sehr zu empfehlen!) anfing und wir umsonst in Unterkuenften der Schule wohnen konnten. Nach einen Einfuehrungstag mit Video und ersten Erklaerungen, ging es am 2. Tag mit unserem absolut genialen und erfahrenen Lehrer Elliot und zwei weiteren Divemastern auch gleich los. Unsere Gruppe bestand aus einem schwedischen und einem australischem Paaerchen, einem Amerikaner und einem Hollaender - und stellte sich als richtig coole Truppe heraus, mit denen wir auch nach dem Kurs viel Zeit verbrachten. Nachmittags fuhren wir in eine nahe gelegene Bucht und uebten unsere ersten Atemzuege unter Wasser - an das Geblubber muss man sich erstmal gewoehnen! Aufregend! Kurz danach tauchten wir auch schon fleissig bis auf 6 Meter und uebten unaufhoerlich den Druckausgleich: Equalize steadily and relax. Waehrenddessen zog ein riesiges Gewitter ueber unsere Koepfe hinweg, von dem wir jedoch unter Wasser gar nichts mitbekamen - selige Ruhe und kleine zwickende Fische. Die anderen Taucher an Bord waren alle durchgeregnet, als wir auftauchten. Total stolz auf unsere ersten Tauchversuche fuhren wir zurueck an Land und freuten uns schon auf den naechsten Tag. Diesmal tauchten wir bis auf 12 Meter und die bunte Unterwasserwelt rund um Ko Tao fing an uns so richtig gut zu gefallen. Bunte Korallen und ruhiges Schwimmen durch riesige Fischschwaerme. Vor allem uebten wir unseren (negativen) Auftrieb, da man sich ja unter Wasser kaum bewegt, sondern seine "Hoehe" nue durchs Atmen steuert. Nach weiteren morgendlichen Theoriestunden und nachmittaeglichen Tauchgaengen bis auf 18 Meter duerfen wir uns also nun offiziell PADI Open Water Diver nennen und alleine tauchen gehen. Das wurde abends natuerlich erstmal gefeiert. Als Beweis unserer Tauchkuenste fuer die Daheimgebliebenen wurde von unserer Tauchschule auch gleich ein lustiges Video gedreht (von Eddi, der normalerweise Filme fuer National Geographic macht), dass wir uns alle am letzten Abend mit unseren Tauchlehrern im Pub bei einigen von Elliot spendierten Bieren anschauten. Danach ging's weiter auf eine Beachparty im Intouch bei der wir auf die thailaendische Art Alkohol zu uns nahmen, also die allseits beliebten "Buckets" bestellten (siehe Foto mit unseren Assistents Karl und Leigh). Der beliebte thailaendische Songsom Whiskey wird mit Cola und Red Bull in kleinen Eimerchen gemischt und mit allen geteilt. Very sociable. Bis in die fruehen Morgenstunden tanzten wir am Strand. Als Kathi jedoch ein abkuehlendes Mitternachtsbad nehmen wollte, wurde ihr die Handtasche geklaut - gut, dass sie mir vorher ihre Wertsachen gegeben hatte. Sofort machte sich unser ganzer Tauchkurs auf und suchte die Tasche, aber leider erfolglos.... bis es morgens um 6:30 Uhr ganz aufgeregt an unserer Zimmertuer klopfte und einer der Jungs die Tasche doch noch am Strand entdeckt hatte. Bis auf Handy, Sonnenbrille und ca. 5 Euro war noch alles drin. Noch mehr Glueck gehabt. Anschliessend machten wir einen Tag Pause, ruhten uns am wunderschoenen weissen Sandstrand unter Palmen aus und fuhren am naechsten Tag mit dem Boot zur kleien Nachbarinsel Ko Nangyuan raus um ein bisschen zu schnorcheln. Um euch neidisch zu machen: Durch wunderschoen klares 30 Grad warmes Wasser schnorchelten wir durch Fischschwaerme hindurch und ueber bunte Korallen hinweg zum strahlend weissen Sandstrand der Insel. Nach einiger Zeit am feinen Strand goennten wir uns an der Strandbar unter Palmen eine Pina Colada und einen Mai Tai und genossen die wunderschoene Aussicht auf die umliegende Umgebung, die mit dem Cocktail noch etwas schoener wurde.... Nach einiger Zeit sprangen wir dann zur Abkuehlung ins 30 Grad warme Wasser zurueck und schnorchelten ueber die farbenpraechtige Unterwasserwelt zurueck zum Boot. Wir legten uns noch eine Weile zum Sonnen an Deck bevor das Boot wieder Richtung Ko Tao fuhr....
Am naechsten Tag goennten wir uns noch 2 sogenannte Fundives und fuhren hinaus zum beliebten Chumphon Pinnacle. Und da war er: der Hai. Aufgeregt gestikulierten alle unter Wasser, machten Hai-Handzeichen und freuten sich... nur ich habe den Hai leider nicht gesehen, da ich als letzte hinterher getaucht kam. Zurueck an Bord erzaehlten sich alle wahnsinnig freudig ihre Hai-Stories, einige Taucher hatten sogar 5 auf einmal um sich herum gehabt... nur ich konnte leider nicht mitreden - Kathi strahlt heute noch.
Sowieso besticht die Insel (ausser durch ihre Straende und super Tauchschulen) durch wirklich leckere Restaurants und chillige Lounges, die muedenTauchern eine prima Speisekarte bieten. Ganz entspannt liegt man an den Tischen auf weichen Matten und kann sich bei einem leckeren Mixed Fruit Shake oder Cocktail den farbenpraechtigen Sonnenuntergang ansehen.
Ko Tao, wir kommen wieder, vielleicht schon in knapp 2 Monaten um unseren Advanced Open Diver Course zu absolvieren!