Wednesday, September 20, 2006

Finally in Munich


Thai Airways Flug TG 924 brachte uns schliesslich sicher wieder nach München. Schweren Herzens trotteten wir ein letztes Mal durch Pass- und Zollkontrollen, bevor wir von vielen freudigen Gesichtern der Daheimgebliebenen empfangen wurden. Um auch den vollen Kulturschock bekommen zu können, waren wir beide bald darauf schon wieder auf der Wiesn anzutreffen. Anstatt Reiswein und Ruhe, jede Menge Maß Bier, Brezn und Blasmusik. Man muss halt flexibel sein. Oans, zwoa, drei, gsuffa!

Saturday, September 16, 2006

Back in Bangkok.... again.

Wieder in Bangkok zu sein, zum vierten Mal auf unserer Reise, war ein komisches Gefühl, denn von hier aus würde es nur noch zurück nach München gehen... aber daran wollten wir lieber erstmal nicht denken. Dank unseres lang geplanten und sehr ausgiebigen "Final Shoppings" hatten wir auch kaum Zeit einen Gedanken an die Heimreise zu verschwenden. Viel zu sehr genossen wir es, uns in das farbenfrohe Getümmel der verschiedenen Märkte zu werfen und stolz günstige T-Shirt, Handtaschen und Ohrringe zu erstehen. Yippie! Die Pratunam-Gegend war hier mal wieder unser Favorit. Zum kulturellen Ausgleich (wir dachten man könne nicht 5 Tage am Stück, 8 Stunden am Tag shoppen gehen - sind aber nun vom Gegenteil überzeugt) fuhren wir sogar noch für 1 1/2 Tage in die alte Königsstadt Ayutthaya und besichtigten den bekannten Tempel der Morgerröte, den Wat Arun, der direkt an unserem geliebten Chao Praya Fluss in Bangkok steht. Dieser war nun, am Ende der Regenzeit, ungewöhnlich unruhig und braun, weswegen die japanischen Touristen während der 3-minütigen Überfahrt bei jedem Wasserspritzer, der ihre Füße erreichte, laut loskreischten und hysterisch zur Seite sprangen. Naja, jedenfalls ist der Wat Arun komplett aus chinesischen Porzelanstückchen gebaut, also ein riesiges Mosaik aus vielen Farben, oft sind ganze Tassenuntersetzer mit eingearbeitet.
Zum Abschluss unserer genau 6-monatigen Reise wollten wir uns noch mal was ganz besonderes gönnen. Mehr durch Zufall fanden wir die Skybar auf dem State Tower, die wohl höchste Openair-Bar der Welt im 64. Stock, direkt am Chao Praya gelegen. Luxus pur. Klassische Cocktails, umfangreiche Weinkarte, chice Thais, edle schwarze Sessel, elegante dezente Beleuchtung, exzellenter Service, aber natürlich alles nichts gegen diesen Ausblick, wie gemalt. Unzählige bunte Tupfer auf schwarzem Hintergrund aus grosser Höhe unter freiem Sternenhimmel. Welch Abschluss unserer Tour! So genossen wir noch einige Zeit den einfach fantastischem Blick über die weiten Lichter dieser nächtlichen Metropole - exotischer Beginn und atemberaubendes Ende unserer Reise.

Sunday, September 10, 2006

Kathi's Kindheitstraum

Kathi ist der größte Pferdefan, den ich je getroffen habe. Immer schon war es ihr Traum, einen weiten Strand mit einem tollen (schnellen) Pferd entlang zu reiten, ab ins Wasser, ab in die Sonne. (Was von Augsburg aus leider nicht ganz einfach ist.) Als sich herausstellte, das Ala, eine Freundin von Robert aus Odessa, und Jack auch reiten konnten, buchten die 4 einen 2-stündigen Strandausflug, mit Pferden des Umallas Reitstalls, vermittelt durch den freundlichen Nachbarn Michel. Frühmorgens machten wir uns alle auf, Kathi war schon ganz aufgeregt und auch Ala konnte es kaum erwarten. Der Reitstall war selbst wie eine kleine Villa aufgebaut - bloß für Pferde. Und schon ritten die 4 zusammen mit drei Guides los, ich fuhr mit Agung an den Strand, um dort Fotos von ihnen zu machen und das Ganze zu bewundern. Zum ersten Mal ärgerte ich mich, nie reiten gelernt zu haben, denn in solch idyllischer Kulisse in der Morgenstimmung am unendlich wirkenden Strand, wäre ich auch gerne dabei gewesen. Mein einsamer Spaziergang am breiten Strand in knallender Sonne mit den Füßen immer im kühlen Wasser war aber auch wunderschön... Kathi behielt noch die nächsten 2 Tage ein riesiges Lächeln auf den Lippen und freute sich jede Sekunde über dieses einmalige Erlebnis, endlich hatte sie ihren Kindheitstraum verwirklichen können!

Friday, September 08, 2006

Robert's Homestay

Nachdem wir ein paar schlechte Hostelerfahrungen in Legian gemacht hatten, war Robert so großzügig, uns zu sich und Jack in seine Traum-Villa einzuladen. Eigentlich wollten wir nur ein paar Tage zum Ausspannen bleiben, doch aus den paar Tagen wurde eine Woche... wenn ihr die Bilder seht, könnt ihr das sicherlich verstehen. In der Villa arbeiteten 8 immer freundliche Angestellte, die uns jeden Wunsch von den Augen ablasen. Ausserdem gab es einen exzellenten Koch, der uns wirklich jeden Abend ein ausnahmslos leckeres Menü zauberte, dass wir dann mit einem Gläschen Veuve Cliquot herunterspülen durften. Wenn wir uns also nicht in unserem traumhaften Himmelbett aufhielten, vorzüglich dinierten oder uns in unserem Badezimmer verliefen (!), lagen wir am oder im Pool, fuhren mit "unserem Fahrer Agung" zum Shoppen, liessen uns massieren, fuhren mit Mofas zum Sonnenuntergang an den nahegelegenen Strand, machten kleine Ausflüge in die Umgebung oder erfüllten Kathi's Kindheitsträume (siehe nächster Blog). Welch ein Abschluss für unsere Reise. Es war wirklich wie ein Traum, einfach frei sein, einfach wohlfühlen, ein toller Abschluss nach einer teils doch strapaziösen Tour. Oft mussten wir uns fragen: "Wieso fliegen wir doch gleich zurück?", "Warum müssen wir wieder nach Deutschland?" Wie lange ist noch gleich unser Visum für Indonesien gültig?" Als kleines Dankeschön kochten wir einen Abend zusammen mit den Angestellten die balinesischen Maisfladen, die ich von Nyoman gelernt hatte, und unser Essen kam sogar gut an... und wir hatten mal wieder jede Menge Spaß mit der Crew.

Mit Agung unternahmen wir auch Ausflüge zum Klippentempel Pura Luhur Ulu Watu ganz im Süden von Bali oder fuhren mit Robert und Jack auf die Bukit Peninsula zum Dreamland Beach, einem der angesagtesten Surferstrände und mal wieder prima für einen farbenprächtigen Sonnenuntergang. Auch spannend war das Treffen mit einem der 8 balinesischen Könige, bei welchem wir als Fotoassistenten von Robert die Königsfamilie und den Palast inklusive Tempel kennenlernen durften. Am letzten Abend gab's dann noch ein kulinarisches Highlight, als die beiden uns zum Abendessen ins KuDeTa einluden. Nach einem Champagnercocktail zum Sonnenuntergang gab es bei angenehmer Loungemusik nach feiner Gänseleberpastete und kunstvoll dekoriertem Vitello Donato den absolut perfekt gebratenen Lammrücken mit kleinem grünen Spargel und Vanille-Kartoffelpürree... das alles direkt am Strand von Seminyak zum leisen Rauschen der Wellen im Hintergrund. Der Abschied fiel uns dann auch wirklich nicht einfach, hatten wir doch in Robert und Jack zwei außergewöhnliche Personen kennengelernt, die uns das wohl bestmögliche Ende unserer Reise spendierten. "Thank you, guys."

Wednesday, September 06, 2006

Cremation Ceremony

Von Robert und Jack, die wir gleich am ersten Tag auf Bali kennengelernt hatten, waren wir auf die Cremation Ceremony des Bruders eines der 8 balinesischen Könige eingeladen worden. Robert und Jack sollten fotografieren, wir durften zusehen... und endlich einer der so berühmten balinesischen Bestattungszeremonien beiwohnen. Wir durften sogar in den großen Palast in Denpasar hineingehen, einen Prinzen treffen und uns die Vorbereitungen genauer ansehen, bevor es grandios losging. Über hundert Frauen und Männer waren in den Palast gekommen, um dem Leichnam die letzte Ehre zu erweisen. Aus jeder Familie aus dem Dorf der Königsfamilie müssen eine Frau und ein Mann an der Zeremonie teilnehmen (alle in gleichem Outfit, Frauen in grau-blau, siehe Bild), diese jedoch in getrennten Gruppen und mit verschiedenen Funktionen.
In Bali dürfen solche Zeremonien nicht in der Regenzeit stattfinden, und so gibt es nur alle 6 Monate einen Zeitraum von einigen Wochen, in denen die Leichen verbrannt werden dürfen. Dieser 3. September war der letzte Tag des laufenden Zeitraumes, es wurde also höchste Zeit. Stirbt man demnach irgendwann zwischen den Zeiträumen, wird die Leiche erst beerdigt und dann später zur Feuerbestattung wieder ausgebuddelt.
Auf solch einer Zeremonie wird der Leichnam in einem langen Zug von Leuten vom Wohnhaus bis zum Verbrennungsplatz getragen. Aber natürlich nicht einfach so, sondern in folgender Ordnung: Zuerst die Band und 4 junge kostümierte Prinzessinnen auf je einem Stuhl. Es folgen einige Gaben, von Frauen getragen. Dann kommt ein großer schwarzgefärbter Bulle aus Papier und Holz, auf dem ein Junge reitet. Dieser wird samt Gestell von ca. 30 Männern getragen. Es folgt eine Gruppe Tänzer in schwarz-weißer Kleidung.Und darauf hin folgt dann der Leichnam in einem hohen, thronähnlichem Gebilde mit Flügeln, das von bestimmt 50 Männern in Schichten getragen werden musste. Oft strauchelten sie und schienen unter der Last fast zu zerbrechen. Da diese Gebilde so hoch ist, rennen vor Diesem 2 Männer, deren einzige Aufgabe es ist, herunterhängende Kabel oder Telefonleitungen, mit denen der Thron kollidieren könnte, aus dem Weg zuheben. Überall zwischen den genannten Zugteilen, befinden sich Angehörige, Familie und Freunde und natürlich sind die Strassen gesäumt mit hunderten neugieriger Zuschauer. Das Ganze bewegt sich in einem Affentempo, eigentlich rannten wir die ganze Zeit und probierten Anschluss an den Zug zu halten und Kathi musste sogar einen Schuh opfern. Ja, so schnell geht das... Wir trauerten also auch kurz um ihren Flipflop, aber sie rannte heldenhaft barfuß weiter. Nach ca. 3 km kamen wir auf dem staubigen "Friedhof" an und es wurde damit begonnen den Bullen über dem späteren Feuer zu plazieren. Dieser wird dann aufgeschnitten und der Leichnam in den Rücken des Bullen gelegt. Nun wird der Leichnam "ausgepackt", so dass man vor allem die grauen Füße sehen kann und es finden verschiedene Waschungen und Zeremonien statt. Insgesamt herrscht aber eher eine ungezwungene Atmosphäre, man unterhält sich, trinkt Wasser und niemand ist wirklich traurig. Nach einiger Zeit wird dann das Feuer entzündet, der Körper fällt in den Leib des Bullen und brennt so vor sich hin. Kleidung und wichtige Dinge des Verstorbenen werden mitverbrannt und ihm so mit auf den weiteren Weg gegeben. Währendessen spielt die Band und die Tänzer führen traditionelle Tänze vor der Familie und den 4 Prinzessinnen auf. Die ersten Leute fangen an zu gehen... die letzten gehen, als die Familie den Ort der Bestattung verlässt. Die Asche wird später zusammengesammelt und im Meer verstreut werden, so wie es auf Bali üblich ist.


Tuesday, September 05, 2006

Kuta

Kuta ist das Touristenghetto der Insel, quasi vergleichbar mit El Arenal, Patpong oder Chaweng (jetzt ist der Touristiker gefragt, heh?). Fast 8 km zieht sich der offizielle Ort am mitteldunklen Sandstrand entlang, bevor er im Norden in Legian und Seminyak übergeht. Hier tobt(e) das Leben, finden sich unzählige Souveniershops, Surfershops, CD-Läden, Bars, Cafe's, Hotels, Herbergen und Restaurants ... bloß sind diese nicht gefüllt. Nicht mehr. Nicht mehr seit den verheerenden Bombenanschlägen vom Oktober 2002, bei dem über 200 Touristen und Einheimische ihr Leben ließen und eine noch größere Anzahl verletzt wurde. Die Anschläge dezimierten die Tourismusindustrie, ruinierten viele Geschäftsleute (so auch Wayan, bei dem wir den Homestay verbrachten), Restaurants und Hotels mussten schliessen... die Zeitungen titelten damals "Paradise Lost". Heute steht auf der Jl. Legian ein riesiges Denkmal mit den eingravierten Namen aller Opfer. Einige Tatverdächtige wurden angeklagt und verurteilt. Die Hotels und Restaurants bemühen sich um Normalität, man sieht wieder Touristen und hört loungige Tracks aus den vielen Bars. Aber das etwas mulmige Gefühl ist noch nicht ganz verschwunden, zumindest nicht bei uns. Gab es ja erneute Anschläge in 2005, bei denen ebenfalls Menschen umkamen. Wir suchten uns eine Unterkunft im etwas ruhigeren Legian und hielten uns nicht in großen Cafes und Restaurants auf. Die Anschläge sind einfach allgegenwärtig. Fast jeder Restaurantbesitzer oder Künstler weiß eine Story zu erzählen. Die grossen, bzw. teuren Clubs und Restaurants, wie das KuDeTa, haben eine ganze Armee an Sicherheitsleuten engagiert. Taschen und Rucksäcke werden genau kontrolliert, Autos auf Bomben gecheckt und Eingänge streng bewacht. So kann zumindest das Gefühl der Sicherheit im Paradies wieder hergestellt werden...

Monday, September 04, 2006

Ubud - Kuenstlerstadt und Monkey Forest

Ubud ist eine ganz besondere kleine Stadt im Herzen von Bali. Es liegt wunderschön eingebettet in grell grüne Reisterrassen und gilt als die Stadt für Kulturinteressierte und Künstler. Anfang des letzten Jahrhunderts kamen viele westliche Künstler nach Bali, um sich von der tropischen Umgebung inspirieren zu lassen. Unter ihnen fand sich auch der deutsche Maler Walter Spiess, der ein Mitbegründer der Künstlervereinigung Pita Maha wurde, von der von nun an wichtige, neue Impulse ausgingen. Das kleine Dorf Ubud wurde zum künstlerischen Zentrum der Insel. So finden sich auch heute noch unzählige Galerien und einige Museen in Ubud. Es gibt Holzschnitzereien, Silberwaren und jede Menge Schmuck zu kaufen. Ein bisschen scheint fast jeder ein Künstler zu sein, auch wenn er nur Massenware für den Verkauf an Tagestouristen auf dem Hauptmarkt herstellt. In den 1970er Jahren entdeckten zuerst die Backpacker die kleine Stadt als beliebtes Ziel, schon längst kommen die Touristen aus aller Welt, teils von der Küste für einen Tag, oder sie bleiben für länger in einem der mittlerweile zahlreichen 4*- oder 5*- Sterne Hotels in der reizvollen Umgebung. Trotz des grossen Andrangs hat Ubud nichts von seiner Atmosphäre verloren, wandelt man ein bisschen abseits der ausgetretenen Pfade sieht man schon bald keine Touristen mehr, entdeckt winzige Restaurants mit tollen Ausblicken und kann traditionelle Zeremonien in einem der Tempel beobachten. Man kann sich schon denken, dass Ubud ein kleines Shoppingparadies für allerlei Krams ist, und so war unsere Hauptaktivität der Bummel durch die vielen Geschäfte, Galerien und über den Hauptmarkt, der mit dem Versand eines 20-Kilo-Paketes nach Hause endete. Sogar ich kaufte 2 Bilder.... und vieles mehr...
Ein weiteres Highlight in Ubud ist der Monkey Forest, der sich südlich der Stadt befindet. In ihm befinden sich verschiedene zeremonielle Plätze und ein Tempel, der aber meist nicht zugänglich ist. .... UND: natürlich Affen! Und zwar über hundert Stück. Vor Diesen muss man sich ein bisschen in Acht nehmen, denn sie lieben Ketten, Sonnenbrillen, Kameras und vor allem jede Art von Nahrungsmittel. Von unserem Berufschullehrer Hr. Zitzlaff hatten wir schon die Horrorstory gehört, wie seine Frau hier vor einigen Jahren in den Finger gebissen wurde, und so hatten wir natürlich Respekt vor den Tieren. Zusammen mit einem Forestangestellten trauten wir uns dann aber doch an die süßen Makaken heran, seit Laos bin ich ja sowieso zum Affen-Fan geworden. Und es lohnte sich wirklich. Wir sahen vor allem viele neugeborene Affen und Kleine, die miteinander spielten. Wie schön!

Friday, September 01, 2006

Mitglied einer balinesischen Familie

Mal wieder gut, dass wir unsern geliebten George (mit dem wir zu Anfang 6 Wochen gereist waren) kennengelernt hatten, denn er hatte uns von dieser einmaligen Gelegenheit eines Homestays auf Bali berichtet und uns damals die Kontaktdaten gegeben. Also riefen wir einen Tag nach unserer Ankunft auf der Insel der Götter bei Wayan an, der uns einen weiteren Tag später abholte. Von der Küste aus fuhren wir fast 1 1/2 Stunden ins hügelige Inland, immer Richtung Berge, die Straßen wurden schmaler und schlechter, das Klima wurde kühler und schon bald fanden wir uns inmitten knallgrüner Reisterrassen wieder. Und dann waren wir da: im Dorf Jegu in der Region Tabanan. Die einzigen Touristen, die hier je herkommen wohnen wie wir im Bali Homestay. Eine lange Straße führt vorbei an vielen Häusern, unzähligen Tempeln, vielen Hausmauern bis wir endlich bei Wayan's Haus ankamen.
Tag 1. Von der Familie wurden wir gleich freundlich begrüsst, lernten Wayan's Ehefrau Nyoman, die Kinder Riksa und Krisna und den Rest der 4-Generationen-Familie kennen, bei denen wir fuer die naechsten 6 Tage wohnen wuerden. Auch einige Nachbarn schauten neugierig vorbei und stellten sich vor.
Balinesische Wohnverhaeltnisse sind voellig anders, als wir sie bisher in Asien vorgefunden haben. Im Gegensatz zu den sonst sehr offenen Häusern und Dörfern, trennen auf Bali lange Mauern die Häuser der einzelnen Familien voneinander. Innerhalb einer Mauer stehen viele kleine ueberdachte Gebaeude, wobei der Reisspeicher mit sich darunter befindender Sitz- und Abhängfläche jedesmal das Zentrum bildet. In den kleinen Häusern befinden sich bloss die Schlafzimmer, die Küche und das Bad, alles andere spielt sich draussen ab, vor allem unter den Reisspeichern. Im Dorf gibt es kein fließend Wasser und so duscht man sich mit Hilfe eines Eimers, den man mit eiskalten Wasser aus einer großen Wanne füllt, die direkt aus den Bergen kommt...brrr. Auf die gleiche Weise funktioniert die Toilettenspülung des gekachelten Lochs im Boden.
So setzten also auch wir uns gleich unter den Reisspeicher und genossen unseren Willkommensdrink, bevor wir mit ca. 7 Kindern des Dorfes zu einem Spaziergang ueber die Reisfelder aufbrachen. Die Kleinen zeigten uns ihre Welt rund ums Dorf, spielten, stritten sich, sprangen in den Matsch der Reisfelder und übten begeistert mit uns Englisch. "What is your name?", "Which is your favourite colour?", "How old are you?". Fleissig beantworteten Kathi und Ich die vielen schüchternen Fragen und fragten natürlich genauso gleich zurück. Besonders dem einzigen Jungen Krisna machte es jede Menge Spass die anderen Mädchen zu ärgern und ihre FlipFlops weit in den Matsch der Reisfelder zu befördern... ich glaube Jungen sind überall auf der Welt gleich. In wunderschöner Nachmittagsstimmung beobachteten wir die Arbeit der Reisbauern auf ihren leuchtend grünen Feldern und machten viele Fotos von den Kindern, was ihnen jede Menge Spass machte. Die von Nyoman unglaublich lecker vorbereiteten balinesischen Gerichte verspeissten wir die naechsten Tage immer unter dem Reisspeicher, zusammen mit Wayan und manchmal einigen Nachbarn.

Tag 2. Am nächsten Morgen gingen wir mit Nyoman zu den Nachbarn rüber, wo grade die Vorbereitungen für die Hauseinweihungszeremonie am nächsten Tag liefen. Die Balinesen sind bekannt fuer ihr besonders bunten und immer noch traditionellen Zeremonien für jeden erdenklichen Anlass. Diesmal sollte also ein Haus eingeweiht werden und so wurden aus Kokosblättern, die teilweise pink eingefärbt wurden und jeder Menge Holzstöckchen die tollsten Dekorationen gezaubert. Alle Frauen der Familie und Nachbarn sitzen dafür zusammen und basteln, was das Zeug hielt. Zuerst sassen wir dabei, assen schwarzen Reis mit süßem Kokos zum Frühstück und wurden kurz darauf selbst tätig, quasi ein Offering-Workshop. Eine Nachbarin zeigte uns wie man aus den obengenannten Bestandteilen eine Art kleinen Teller bastelt auf den spaeter noch verschiedenfarbige Blumen, Reiscracker usw. kommen.... hmm. Irgendwie gar nicht so einfach... widerspenstiges Blatt... und dauernd bricht dieser Stock ab... hmm. Bei den Frauen sieht das irgendwie alles so einfach aus. Hmm. Naja, aber irgendwann bekamen wir dann doch noch unser erstes Offering hin und waren ganz stolz. Am Nachmittag kam dann noch ein holländisches Päarchen (Dennis und Henrike), das für eine Woche bei den Nachbarn wohnen würde und so machten wir uns am Nachmittag mit Wayan auf zu einem kleinen Trekking durch die Reisterrassen auf der anderen Seite des Dorfes. Wayan zeigte uns alle essbaren Früchte, Blätter und Knollen, erklärte und den Reisanbau und zeigte uns stolz sein Reisfeld. Nun wissen wir wie Ananas und Kakao wachsen, und dass man rote Hibiscusblüten aussaugen kann, denn die schmecken am Stengel ganz süß. Begleitet wurden wir von einem weiteren Nachbarn und drei Mädchen, denen es besonders viel Spaß machte, Wasserhyazinthen zu sammeln. Als Abschluss gab es frische balinesische Snacks im Garten des Nachbarn: wir lutschten Kakaobohnen (das weisse Fleisch aussenrum schmeckt süß-sauer) und genossen frischen Saft aus einer jungen Kokosnuss. Nach dem Abendessen zogen uns einige Frauen dann die traditionelle balinesische Kleidung an und setzten uns den passenden Haarschmuck auf. Zuerst zieht man eine Art Rock an, den Sarong. Dann tragen die balinesischen Frauen eine Art Korsett unter einer Bluse aus Baumwolle oder Spitze, um die Taille wird ein kontrastreiches Tuch gebunden. Sowieso sind alle Stoffe sehr farbenfroh, oft mit Gold- oder Silberfäden durchzogen und die Outfits wirken insgesamt sehr fröhlich. Der Haarschmuck besteht aus bunten Blüten und goldenen Blättern, die bei jeder Bewegung leise rascheln. Die Männer tragen einen kurzen und einen langen Sarong übereinander, darüber ein kurzärmliges Hemd und ein zu einem Hut gebundenes Tuch, natürlich alles farblich passend und bunt.

Tag 3. Zu einer Geräuschkulisse aus lachenden und umher rennenden Kindern, bellenden Hunden, gackernden Hühnern und seit 3:30 krähenden Hähnen wachten wir jeden Morgen auf. Das Dorf steht früh auf und heute ist schulfrei... und unser erster Sightseeingtag. Zusammen mit Wayan fuhren wir vier über die kurvigen Bergstraßen weiter Richtung Norden - tief ins Landesinnere der Insel- yum Danau Bratan See. Als wir ausstiegen war es gleich 8 Grad kälter und wir zogen Pullis über. Nachdem wir den Botanischen Garten und den Orchideengarten gesehen hatten, fuhren wir zu einem Aussichtsplatz an den Hügeln des Gunung Pohon und genossen die Aussicht auf den Kratersee. Anschliessen fuhren wir runter zum See und yum berühmten hinduistisch/buddhistischem Tempel Pura Ulun Danu Bratan aus dem 17. Jhrd. Der Tempel selbst ist leider nur für Gläubige zugänglich, aber die Umgebung mit dem von Wolken verhüllten Berg Gunung Catur, einem tollen gepflegten Garten und der Lage direkt am/im See ist einfach atemberaubend schön. Nach einer Mittagspause gingen wir dann noch auf den Markt von Candikuning, wo irgendwie alle Verkäufer ein bisschen Deutsch sprachen und wir einen der besten Sprüche hörten: " Kaufen sie hier, kaufen sie hier, billiger als bei Aldi" ... und das in den Bergen von Bali. Na gut. Gerne kamen wir natürlich der Aufforderung nach, schliesslich gab es frische Erdbeeren (die Saison in Deutschland haben wir ja verpasst) und Zimtstangen. Ausserdem waren die Souveniers viel günstiger als in der Küstenregion, die Verkäufer hatten also Recht. Am Abend machten die anderen dann noch einen Spaziergang und ich lernte kochen! Ja, man mag es kaum glauben, deswegen sag ich's noch mal, ich hab kochen gelernt. Naja, besser gesagt ein Gericht, aber immerhin. Das Gericht hatten Kathi und Ich naemlich zu unserem absoluten Favoriten auserkoren: Perkedel Jagung - balinesische Maisrösti. Und da fanden es alles ganz klasse, dass ich das lernen wollte. Nyoman bereitete die Zutaten vor und die Uroma der Familie schaute mir die ganze Zeit neugierig ueber die Schulter. Am Abend schauten wir uns dann den sogenannten Entertainment-Abend der Hauseinweihungszeremonie an. Alle Nachbarn sind da, es wir viel gesungen, vorgelesen und natürlich gegessen. Die Enkelin der neuen Hausbesitzer zeigte uns stolz das neue Gebäude und die vielen Gaben und Geschenke, die ihre Grosseltern bereits erhalten hatten.

Tag 4. Wir standen früh auf, um ab 7:30 für 5 Stunden die Hauseinweihungszeremonie verfolgen zu können. Alle waren feierlich in hellen Farben (weiß, gelb, orange, beige) gekleidet. Ähnlich dem Abend zuvor wurde viel gesungen, erzählt und gebetet. Die Gaben, darunter auch ganze Hühner, gebraten oder roh, Kokusnüsse, Blumen und die typischen Offerings wurden immer wieder mit Wasser gesegnet, gegen Ende der Zeremonie noch eine Ente geschlachtet. Am Nachmittag machten wir uns auf mit 3 Motorrädern und zwei Nachbarn zu einem weiteren Ausflug. Durch traumhafte Landschaft fuhren wir immer höher in die kühlen Berge, vorbei an unendlichen Reisterrassen, wieder durch viele Dörfer mit langen Mauern und traditionellen Tempeln jeder Größe. Unser Ziel war diesmal der Tempel Pura Luhur Batakau, direkt am Fuße des Gunung Batakau, welcher einer der drei heiligen Berge Bali's ist.Von hier aus startet ein Pilgerweg auf den Berg. Der Tempel war Staatstempel, als Tabanan noch ein unabhängiges Königreich war. Er liegt sehr abgelegen - aber auch hier spricht man deutsch- und einige Statuen sind schon sehr von der Witterung gezeichnet. Die Luft ist kühl und feucht, und wie in jedem Tempel Bali's müssen wir Sarongs tragen. Es gelten übrigens strenge Regeln für Frauen: wer seine Regel hat, oder z.B. Kinder, die noch keine Zähne haben, darf den Tempel nicht betreten... Die Tempeldächer sind, wie überall auf der Insel, aus schwarzen Fasern von Kokusnuessen gedeckt. Sieht fast so aus wie ein Reetdach in Norddeutschland.... Danach fuhren wir weiter, oft Kindern winkend, durch die sattgrüne Landschaft, wieder vorbei an Reisfeldern, Wasserbüffeln und Dörfern zu den Hotsprings von Penatahan. Hier gibt es einen großen und einen kleinen Pool, sowie einige offene Duschen. Diese Gelegenheit nutzten wir natuerlich sofort, endlich mal wieder warmes Wasser. Henrike teilte freundschaftlich ihr wohlriechendes Shampoo mit einigen kleinen, völlig begeisterten Mädchen in der Dusche. Nach dem wieder mal köstlichen Abendessen von Nyoman wartete dann eine riesige Überraschung auf uns: Die Kinder des Dorfes hatten in unserer Abwesenheit eine traditionelle Tanzshow eingeübt und für diese extra bunte Kostüme in Tabanan ausgeliehen. Von der Grundschule bis zur Oberstufe, alle machten mit. So konnten wir die bekannten balinesischen Tänze hautnah miterleben- und das alles von den süßesten Kindern. Sogar ein moderner Tanz zu indonesischer Popmusik mit Krisna und Riksa war dabei. Wir genossen die total niedliche, farbenfrohe, traditionelle Darbietung, die fast schon professionell wirkte sehr, zusammen mit dem ganzen Dorf, denn schliesslich wollte alle stolz ihren Kindern zusehen. Solche Tänze, ein wichtiger Bestandteil der balinesischen Kultur, werden in der Schule geübt, und so kann fast jeden Mädchen diese Tänze aufführen. Zum Schluss durften wir die Namen aller ca. 20 Kinder verlesen und sie bekamen von Wayan einen kleinen Umschlag zur weiteren Ermutigung des Ausbaus ihrer Tanzkünste.

Tag 5. Den Tag verbrachten wir vor allem unter dem Reisspeicher und mit den Kindern, bevor wir am Nachmittag das Touristenziel Nr. 1 der Insel besuchten: den Tempel Tanah Lot, der spektakulär ins Meer gebaut ist. Zusammen mit Hunderten anderer Touristen sahen wir uns einen malerischen Sonnenuntergang in den unterschiedlichsten Rottönen an, und genossen die ganz eigene Stimmung des rauhen Meeres. Auf dem Rückweg besuchten wir den Nachtmarkt in Tabanan, bevor wir noch ein letztes Mal Nyomans hervorragende Kochkünste genießen durften.

Tag 6. Ein bisschen traurig verliessen wir nach dem Frühstück die Familie... mit Wayan hielten wir noch an einem letzten Tempel auf dem Weg in die Künstlerstadt Ubud, bevor er uns bei unserem nächsten Hostel absetzte...