Pilgern auf den Golden Rock
Die Kyaikhtiyo Pagode, der Goldene Felsen sollte unser erster

selbstorganisierter Ausflug werden. Um 6:30 befanden wir uns also schon im Linienbus und fuhren ueber Bago nach Kyaikhtiyo - in nur 5 Stunden, juhuu. Mit durchgesessenen Hinterteilen und schlauerweise nur Tagesrucksaecken, wurden wir auf uebervolle Allradfahrzeuge geladen und ueber extremkurvige und holprige Strassen zum Basislager fuer den weiteren Aufstieg gefahren- ein Schlachtviehtransport waere dagegen Luxus gewesen... Entschaedigt wurden wir aber durch unsere Sitzposition inmitten einer superfreundlichen grossen Familie, die uns sofort Bethelnuesse gegen die Uebelkeit in den Mund schob. Damit waren wir natuerlich nun (eigentlich vorher auch schon) der Blickfang aller 50 sich auf dem Wagen befindlichen Pilger, denn jeder wollte sehen, wie wir die milde "Volksdroge Nr. 1" nun zu uns nahmen. Nachdem man das Blatt, das als Verpackung dient, zerkaut hatte, gelangte man schnell zur roten Nuss, die ein bisschen stechend, ein bisschen bitter und ein bisschen nach Kaugummi schmeckte. Kathi und Ich konnten jedoch nicht anders, als irgendwann unsere Gesichter beim Genuss dieser roten Masse zu verziehen und nach

grossem allgemeinen Gelaechter reichte man uns schnell Plastiktueten zum Ausspucken der Nuesse. Anerkennend nickten einige Leute. Nach 45 min Holpern und Rutschen war es geschafft, und Kathi und Ich meisterten den steilen Aufstieg vom Basecamp zu unserem Hotel. Unsere Gesichter muessen schon sehr rot gewesen sein, denn mehrmals wurden wir auf den ersten Metern gefragt ob wir nicht einen

Saenftentraeger engagieren wollten. Wollten wir nicht und schleppten uns weiter. Nach einer Pause in unserem Hotel begannen wir dann unseren Pilgerweg. Die Strassen sind wirklich richtig steil, und da man sowieso schon nach 300 m nass geschwitzt ist, ist eigentlich auch alles egal. Zusammen mit den Pilgern machten wir einige Male Pause, bis wir schliesslich an die Verkaufsstrasse fuer alle moeglichen Heilmittel und Wunderprodukte, wie Schaedel und Affenblut, kamen. Es werden aber auch Suppen, Tee, Spielzeuggewehre und Sonnenhuete angeboten. Von hier aus sind es

nur noch einige Meter bis zur Pagodenplattform. An der Spitze des Berges erstreckt sich ein weitlaeufiges Pilgerzentrum mit Andachtshallen, Kloestern und Andenkenstaenden und verschiedenen gefliesten Terrassen, bis hin zur eigentlichen Pagode. Die Kyaikhtiyo Pagode ist mit 5 Metern Hoehe ziemlich klein, aber der Platz an dem sie steht ist doch sehr besonders. Ein komplett vergoldeter Findling thront ueber einer Klippe und droht jeden

Moment in den Abgrund zu stuerzen. Man sagt, dass der Felsen nur durch die Kraft eines Haares von Buddha an seinem Platz gehalten wird, welches sich eingeschlossen in der Pagode befindet. In Scharen stroemen die Maenner und kleben vorsichtig Goldplaettchen an den Felsen. Frauen duerfen mal wieder nicht. Die Frauen sitzen meist in Gruppen etwas unterhalb des Felsens auf einer Plattform und bestaunen die ganze Sache von dort aus. Insgesamt herrscht jedoch eine sehr lockere Stimmung. Kinder toben in der Gegend rum, Familien unterhalten sich und alle machen mindestens ein Foto von sich vorm Goldenen Felsen. Touristen haben wir ausser uns nur 3

Andere gesehen, und das ungefaehr auf 2000 Pilger. Mal wieder liebten es die Leute besonders sich auf den Bildschirmen unserer Digitalkameras zu sehen, und so machten wir Fotos von vielen Familien und Kindern und zeigten sie ihnen unter aufgeregtem Geplauder ihrerseits. Als Kathi und Ich irgendwann gefragt wurden, ob wir mit ein paar Leuten zusammen ein Foto vor dem Felsen machen wuerden, wurde der Stein ins Rollen gebracht. Die naechsten halbe Stunde verbrachten wir damit zu laecheln und mit mindestens 50 verschiedenen Leuten,

Familien und Moenchen zu posieren. Wir haengen jetzt also wahrscheinlich in mindestens 50 verschiedenen burmesischen Wohnzimmern und werden bestimmt noch richtig beruehmt :-).
Die ganze Sache wurde bloss beendet, weil das weibliche Oberhaupt der Familie, die uns schon auf dem Allradfahrzeug so freundlich in ihre Mitte genommen hatte, alle weiteren Bilderwuensche von Pilgern abstritt. Sie fragte uns, ob wir schon gegessen haetten (ging ja nicht waehrend der vielen Fotos), und lud uns dann zum Essen ein. Mit Handzeichen alles natuerlich. Also folgten wir Lala in die eigentlich fuer Auslaender gesperrten Pilgerunterkuenfte und sie fuehrte uns durch eine Art Kellersystem in die Unterkunft, in der die

Familie auf Strohmatten uebernachtete. Wir setzten uns auf diese und Lala (siehe Bild) und ihr Mann breiteten ihr selbstgekochtes und mitgebrachtes Essen vor uns aus. Dann fiel auch noch der Strom aus, und wir sassen erstmal im Dunkeln, bis jemand aus dem benachbarten Zimmer eine Kerze brachte. Waehrend wir hauptsaechlich Reis und Nuesse assen, da das andere Essen eher fragwuerdig aussah und roch, stroemten immer mehr Leute in den Raum, auch einige Familienmitglieder, die wir vom Aufstieg kannten und schauten uns beim Essen zu. Niemand wollte etwas essen, solange wir nicht satt waren. Zum Schluss befanden sich in dem Raum bestimmt 20 neugierige Leute und wir

probierten uns mit der Familie zu unterhalten. Mit einigen Worten Englisch und Haenden und Fuessen. Wir waren eine richtige Sensation. Sie erklaerten uns die Familienverhaeltnisse und ihr Alter und wir zeigten Fotos von Thailand, von Luke und von meiner Mutter. Zum Schluss boten sie uns sogar noch an, mit ihnen auf den Matten zu uebernachten, aber wir lehnten dankend ab und verwiesen auf unser Hotel. Die Atmosphere war sehr herzlich und die Familie ueberaus freundlich und aufgeschlossen. Mich wollte man gleich mit dem 17-jaehrigen Sohn (der mit der Kappe, siehe Foto) verkuppeln... Zum Abschied schenkte man uns sogar noch ein Armband und etwas zu essen, und Lala und 2 andere begleiteten uns mit Taschenlampen noch bis zum Ausgang der Pagode. Wir wollten ihnen auch gerne etwas schenken, aber Lala lehnte immer wieder ab.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir nicht gewusst, was die ganzen Traveller gemeint hatten, als sie uns von den wunderbaren Menschen in Myanmar erzaehlten, nun hatten wir es erfahren und deutlicher gings wohl auch nicht. So ein Verhalten macht richtig nachdenklich und man ist fast peinlich beruehrt von solcher Gastfreundschaft. Welch erschreckender Unterschied zu europaeischen Gepflogenheiten... Ein komisches Gefuehl war es dann in unserem super sauberen Hotel, in unseren grossen Hotelzimmern auf unseren superbequemen und weichen Betten zu liegen....

Am naechsten Morgen gings nach einem ausgiebigen Fruehstueck wieder zurueck auf den Schlachtviehtransport. Die ganze Strecke hinunter zu fahren war noch viel turbulenter als die Auffahrt, und so musste sich die junge Frau neben mir gleich mal die Haelfte der Strecke lang uebergeben. Aber es gab einige schoene Ausblicke ins Tal.
Hauptstadt Yangon
Nur 45. min Flugzeit trennen Bangkok von Yangon und schon

landet man auf dem simpelsten Flughafen, den ich je gesehen habe. Vor dem Flughafen ueberliessen uns 3 Kanadier ihr Taxi und so fuhren wir in einem eher fragwuerdigen Auto auf komplett durchnaessten Sitzpolstern durch die fast ueberfluteten, abendlichen Strassen Yangons. Es war der letzte Tag des Water Festivals und neben uns fuhren jede Menge riesiger Pickups mit mindestens 50 Leuten auf der Ladeflaeche, sowie lauter Musik und Tonnen voll Wasser. Es wurde laut gesungen, getanzt (eingentlich ein bisschen wie auf der Love Parade) und alle waren nass... unsere Hosen und Ruecken mittlerweile auch. Am Strassenrand sassen viele Leute, einige erschoepft vom vielen Wasser, andere wohl eher vom Alkohol. Wir fuehlten uns wie in einer anderen Welt, welch krasser Kontrast zu unserem Hilton auf Phuket.

Am naechsten Morgen trafen wir Gustel und Lothar, die fuer eine Kinderhilfsorganisation unterwegs waren und uns erstmal ein paar gute Reisetipps geben konnten. Nachmittags machten wir uns auf zu einem Stadtrundgang durch die Altstadtgassen und -strassen und erlebten einen wahrhaft exotischen und faszinierenden Mix verschiedener Ethnien und Kulturen. Moderne Gebaeude stehen neben traditioneller und Kolonialarchitektur, die aber

langsam zu zerfallen scheint. Es gibt indische und chinesische Viertel, Maerkte und komplett gruene Strassenzuege. Sowohl Maenner als auch Frauen tragen longyis - einen Art Wickelrock, der fuer Maenner immer kariert, fuer Frauen gebluemt oder buntgemustert ist. Aus den sehr verschiedenartigen Restaurants steigen teils seltsame Duefte hervor - und nach einem Gang ueber den Markt beschlossen wir fuer die

naechsten 3 Wochen streng vegetarisch zu leben.
Da grade das Neujahrsfest gefeiert wurde, ergab sich ein besonders interessantes Bild: in vielen Strassen sassen 3-5 Moenche auf Stuehlen, vor ihnen auf einem Tisch Mikrophone und Opfergaben und davor auf dem Boden ausgelegt,

einige Matten mit Glaeubigen, die den knatternden, lauten Ausfuehrungen der Moenche lauschten. Ein wunderschoenes Bild in den engen Gassen der Stadt.
Am naechsten Morgen trafen wir uns mit Carsten, der fuer uns einige Fluege gebucht hatte, und gingen unsere Reiseroute mit ihm durch. Als wir ihn fragten, wo man denn Schokolade kaufen koenne (ihr kennt mich ja-ganz ohne geht's bei mir nun mal nicht), zeigte er uns das Dagon Center, ein Einkaufszentrum im westlichen Stil. Wir staunten nicht schlecht: eine kleine klimatisierte Mall mit allem was das Herz begehrt: mehrere Sorten Schokolade ;), Kekse, Cornflakes, Make-up, Shampoos, ein Donut Geschaeft, eine Baeckerei, mit trendigem Friseur, richtig modischen Klamotten- und Schmucklaeden und einem Internetcafe. Grade das haetten wir in Myanmar nun wirklich nicht erwartet.
Am Abend stand nun das touristische Highlight von Yangon

auf dem Programm: die Shwedagon Pagode. Man sieht sie schon aus weiter Ferne, denn der 98m hohe Stupa steht sogar noch auf einem Huegel und kein Gebaeude der Stadt soll hoeher sein. An der Spitze der Pagode leuchtet eine goldene Kugel, die mit uber 4300 Diamanten besetzt ist, wobei das Highlight ein 76karaetiger Diamant ist. Die Shwedagon Pagode ist Myanmars Nationalheiligtum und eine der groessten Sehenswuerdigkeiten der Welt. Die Baumeister sind unbekannt, aber die Grundsteine der Pagode sind wahrscheinlich schon sehr alt. Ueber Jahrhunderte hinweg vergroesserten und vergoldeten Burma's Herrscher das Heiligtum immer weiter, bis es schliesslich die heutige Form erlangte. Der Legende nach beherbergt die Pagode 8 Haare Siddharta Gautamas und auch

Reliquien der 3 vorangegangenen Buddhas. Wir erreichten kurz vor Sonnenuntergang die Treppenaufgaenge, als die Shwedagon bereits in warmes goldorange getaucht war. Nach ein paar Minuten trafen wir U Su Ri Ya, einen Moench aus einem nahegelegenen Kloster, der uns ueber 2 Stunden durch das gesamte Areal fuehrte und die Besonderheiten der Anlage erklaerte. Zuerst segnete er uns mit Wasser aus Buddhas Fussabdruck und zeigte uns dann die Fotoausstellung, liess uns die Maha Ganda Glocke schlagen, zeigte und die

ausgewechselten Schirme und Windfahnen und suchte mit uns die fuer unseren Geburtstag passenden Tierkreispfosten, die wir mit Wasser uebergossen (siehe Foto). Nachdem wir uns von unserm freundlichen Guide verabschiedet hatten, blieben wir noch eine Weile und genossen die friedliche und irgendwie magische Atmosphere. Es waren kaum mehr Touristen zu sehen. Wir machten Fotos mit einer Truppe aufgeregter Jungs und ein Maedchen schenkte uns Blumenketten. Ueberhaupt leben die Burmesen so richtig in ihren Pagoden. Es waren viele Nonnen, Moenche und Familien unterwegs, Decken und Essen fuer ein Picknick wurden ausgepackt und an vielen Ecken sassen die Leute, meditierten, unterhielten sich, lachten oder schliefen.
Welcome to Myanmar - wunderbare Menschen

Myanmar ist das groesste Land Suedostasiens un

d steht seit 1989 unter einem strengen Militaerregime. Aber auch schon davor wurden die Bevoelkerung und besonders die vielen Minderheiten des Landes lange Zeit unterdrueckt. Die meisten Reisenden, so auch wir, versuchten natuerlich die 'non-government'- Unternehmen zu unterstuetzen, besonders was Transport und Unterkunft anbelangte. Nach dem 2. Weltkrieg gab es ein sozialistesches Regime, davor besetzten Japaner und Briten das Land. Nach jahrzehnte langer Isolation hat Myanmar begonnen, sich langsam dem Tourismus zu oeffnen. Man trifft daher viele Leute, die sich wirklich freuen Touristen zu sehen, und sie deshalb auch sehr herzlich behandeln. Selbst von den aermsten

Leuten wird man freudestrahlend zum Tee, zum

Essen oder auch zur Uebernachtung eingeladen. Besonders die Burmesen, die auf dem Land oder in den Bergen leben, wohnen in sehr einfachen Bambushuetten, die meist aus 3 Zimmern bestehen. Eines zum Empfang von Gaesten, eine Kueche und ein Schlafzimmer. Schraenke gibt es oft nicht, denn viele Leute besitzen nicht viel mehr als sie am Leibe tragen. Trotzdem moechten sie Gaesten sogar noch Geschenke machen. Ein Tabakbauer schenkte und z.B. wohlduftende Blueten aus seinem Garten und ein Cherooblatt, was zum Einrollen von Zigaretten benutzt wird. Als wir in einem Teashop in Yangon einige Tassen leckeren burmesischen Tee und Gebaeck zu uns genommen hatten, erschien der chinesisch-

staemmige Besitzer des

Ladens und wir unterhielten uns mit ihm. Er war frueher Medizinstudent, hatte aber 1975 an einem Studentenprotest teilgenommen und war daraufhin 3 Jahre inhaftiert worden. Nach dieser Zeit wurde ihm sein Studium verwehrt und er wechselte in die Gastronomie. Als wir bezahlen wollten, lud er uns auf alles ein, schenkte uns Tee und fuhr uns sogar noch in seinem Auto in die Stadt zurueck - Gastfreundschaft sei ihm wichtig. Burmesen, die Englisch sprechen, allen voran die Moenche, suchen regelrecht westliche Touristen, um ihr Englisch auszuprobieren und etwas ueber andere Laender zu erfahren. Den Mandalay Hill verliessen Kathi und Ich mit

mindestens 10 Moenchen im Schlepptau - und mit je 2 Emailadressen, das

geschriebene Englisch soll ja schliesslich auch verbessert werden.
Noch nie in meinem Leben habe ich soviel gewunken und gelaechelt wie in den letzten 3 Wochen. Wenn man durch die Strassen geht, auf einer Rikscha durch die Stadt faehrt oder auch mit einem Boot durch Kanaele - von ueberall kommt einem ein wohlwollendes Laecheln und ein freundliches, bei Kindern oft richtig aufgeregt wirkendes Winken. Die meisten rufen auch noch ein freudiges "Hello!" dazu. Man hat das Gefuehl, dass es in Myanmar auch wirklich ernst gemeint ist. Manchmal haben wir uns fast wie die Queen gefuehlt. In kleineren Orten rennen Kinder sogar an die Strasse, und rufen teilweise sogar ihre Familien und alle winken

zusammen. Es soll

Pauschalurlauber geben, die in so einem Fall Stifte oder Bonbons aus den Fenstern ihrer Busse werfen und sich dabei ganz prima vorkommen. So ein Verhalten haben wir gluecklicherweise nicht erlebt. Unsere Erlebnisse waren durchweg positiv, mit Ausnahme der Taxifahrer... (was glaub ich auf der ganzen Welt so ist). Die Menschen in Myanmar sind wirklich unglaublich hilfsbereit, aufgeschlossen, gastfreundlich und herzlich. Das Land ist alleine seiner Menschen wegen eine Reise

wert.
Vorlaeufiger Abschied von Thailand

Leider muessen wir schon morgen fuers erste Thailand verlassen und fliegen fuer ca. 3-4 Wochen nach Myanmar. Dort gibt es leider kein freiverfuegbares Internet und auch Handys funktionieren nicht, weswegen wir wohl bis Mitte Mai nicht zu erreichen sind. Die Berichte ueber Myanmar schreiben wir, sobald wir wieder zurueck in Thailand sind. Aber wir freuen uns schon sehr auf dieses mit Sicherheit sehr spannende Land. :-)
Also, bis in ein paar Wochen, Kati und Irmela
Phang-Nga Bucht

Und schon wieder ein Ausflug. Diesmal unser Ziel: Die Bucht rund um den bekannten James-Bond-Felsen mit ihren bizarren Kegelkarstfelsen. Schon wieder frueh morgens wurden wir von unserem Hotel abgeholt und fuhren an einen Hafen. Diesmal allerdings an den im Norden der Insel, an dem es weit weniger ueberlaufen war, als auf unserem Phi Phi-Trip. Nach der Rettungswestenverteilung ging es ueber einem eher fragwuerdigen Steg auf unser

Langstreckenboot. An Bord lernten wir gleich die Crew und unsere interessante Gruppe mit Mitgliedern aus Israel, Japan, Australien, Dubai und Indien kennen, mit denen wir den gesamten Tag ueber eine Menge zu lachen hatten. Gleich zu Anfang probierte ein Inder irgendwie Mama zu ueberreden ins Body-Piercing-Geschaeft einzusteigen... was sie jedoch dankend ablehnte. Der erste Stopp der Ganztagestour war gleich an dem idyllischen Strand der Naka Island, an den wir mit Kajaks gerudert wurden. Das Tolle an dieser Tour war naemlich, dass man nicht selber rudern musste, sondern von total netten Guides gerudert wurde... hach ja, Urlaub ;-) Am Strand machten wir eine Badepause vor der

wunderschoenen Kulisse der Phang-Nga-Bucht. Die Bucht wurde 1981 zum Nationalpark erklaert und umfasst 42 Inseln. Fuer alle die schon mal in Vietnam waren: die geologische Beschaffenheit gleicht (offensichtlich) der der Halongbucht - sie ist nur etwas kleiner. Als naechstes liefen wir mit einem Longtailboat den bekannten James-Bond-Felsen (eigentlich Ko Tapu) an, was ca. 150 andere Ausflugsboote auch taten. Die Insel gegenueber dem Felsen war aufgrund der Massen an Touris fast nicht zu sehen, geschweige denn zu betreten, aber wir draengten uns einfach mit Schwung durch die vielen Japaner und teuren

Souvenierstaende bis zu der Stelle mit dem schoenen Blick auf James Bond Island durch. Unsere Guides teilten sich auf und begleiteten uns freundlicherweise, damit niemand verloren ging... Nach einem an Bord gekochten thailaendischen Mittagessen liefen wir dann noch Hong Island und Panak Island an, deren unglaubliche Hoehlen, Grotten und Felsformationen wir bestaunten. Die Hoehlen und die im innern befindlichen Lagunen der beiden Inseln sind nur einige Stunden lang bei Ebbe befahrbar, denn die Decken der Hoehlen sind teilweise so niedrig, dass man sich im Kajak flach ausstrecken muss. In einer der

Hoehlen hingen Hunderte Fledermaeuse, die man aber nur mit Taschenlampen sehen konnte, weil der Raum derart langezogen war, dass ueberhaupt kein Tageslicht hineinfiel. Es roch darin uebrigens auch nach Hunderten von Fledermaeusen und so waren wir froh dort wieder hinauszukommen. Ansonsten bestach die ganze Kulisse einfach durch die Mischung aus steilen Kalkfelsen, wild wuchernder tropischer Vegetation auf den Inseln, Mangrovensuempfen im Inneren der Inseln, sowie durch die interessanten Hoehlen mit ihren herabhaengenden Stalaktiten.
Songkran - Happy New Year
Schon am Anfang unserer Reise hatte man uns oft gefragt: Und, seid ihr denn am 13.4. auch noch in Thailand? Auf unser Kopfnicken hin glitt den Thais immer ein riesiges Laecheln uebers Gesicht, sowie ein schmunzelndes "das wir euch bestimmt gefallen". Songkran, das thailaendische Neujahr, wird ueber 3 Tage in allen Gegenden des Landes mit

unterschiedlicher Intensitaet gefeiert. Hier auf Phuket vor allem am 13.4. Nicht wie bei uns mit jeder Menge Feuerwerkskoerpern, sondern dem Klima quasi perfekt angepasst wird das neue Jahr mit Mengen von Wasser (verspritzt, geschossen, vergossen) begruesst. In den Tagen vor dem eigentlichen Fest fielen uns dann besonders viele grosse, extrem bunte Wasserpistolen auf, die wirklich ueberall zu bekommen waren. Natuerlich kauften auch wir welche zu einem von Luke super ausgehandelten Preis... Und so stellten wir uns natuerlich schon auf ein paar lustige Wasserkaempfe ein. Aber was uns wirklich erwartete, uebertraf wirkich all unsere Vorstellungen. Wasseratomkrieg waere fast noch untertrieben.

In unserem Hotel begann der Morgen mit einer Moenchszeremonie um 7 Uhr, bei der alle Anwesenden, darunter meine Mutter, geweiht wurden. Dort lernte sie auch gleich den Chefkoch Hans des Hilton kennen, der (es lebe der Norden!) aus Bremervoerde stammt. Fuer alle Nicht-Norddeutschen: das is quasi gleich um die Ecke von Verden, rechts hinter den Krabbenkuttern. Mit ihm und seiner Mutter sowie Tante assen wir dann erstmal vom wunderbaren

Fruehstuecksbuffet. Mittags gabs denn eine Parade der Angstellten durchs Hotel, die passend an einem der Pools endete, wo die Manager des Hotels erst geweiht und dann in den Pool geschmissen wurden. Das alles natuerlich auch erst nach einer unglaublichen Wasserschlacht, nach der sowieso schon alle durchnaesst waren. Mama wurde gleich von 2 Hotelangestellten in den Pool verfrachtet. Ich konnte mich retten, bis Luke sich dann den Spass, mich auch

"von den schlechten Sachen des letzten Jahres reinzuwaschen" nicht entgehen lassen wollte. Nachdem meine Mutter und Ich unser Mittagessen angestrengt gegen den Hauspfau verteidigen mussten und uns am Nachmittag grade am Pool liegend wieder getrocknet haben, kamen Kati und Luke voellig durchnaesst zu uns. Sie waren schon im Dorf gewesen, wo wirklich die Hoelle los war und so zogen wir zusammen gleich noch mal in den Kampf (nachdem mich Luke schon wieder in den Pool geschmissen hatte). Das Szenario ausserhalb des Hotels war wirklich unvorstellbar. Die Strassen waren schon komplett nass, genauso wie alle Leute, die sich auf ihr bewegten. Ganze Grossfamilien sassen mitsamt einer enormen, mit Wasser gefuellten Tonne

auf den Ladeflaechen der Pickups und fuhren durch die Strassen, um alle Leute mit Wasser zu uebergiessen. An allen Hotels und Restaurants standen ebenfalls grosse Faesser, aus denen sich die Passanten (wir) unentwegt mit Wasser bedienen konnten, damit die Wasserpistole auch ja immer aufgeladen ist! Das brauchten wir auch! Wir kamen uns mit unseren Geraeten fast ein bisschen laecherlich vor, denn die Thais gossen immer gleich ganze Schuesseln und Eimer voll Wasser aus ihren Wagen, waehrend wir die Leute nur ein bisschen nass spritzen konnten. So gingen wir also als

Trio durch die Strassen von Karon Beach und beteiligten uns ca. 2 Stunden an der Wasserschlacht. So einen enormen Spass haetten wir wirklich nicht erwartet! Wie Luke schon richtig sagte: eigentlich wird das nie langweilig. Auf diese Art lernten wir auch gleich jede Menge Thais kennen und kehrten bei mal wieder malerischem Sonnenuntergang mit voellig aufgequollener Haut und Muskelkater vom vielen Lachen in unsere Hotelanlage zurueck.
Ko Phi Phi

Gehoert hatten wir ja schon viel - von den Phi Phi Islands, dem Drehort des bekannten Films "The Beach". Nun, dem Schauplatz so nahe, wollten wir das Ganze natuerlich auch unbedingt beurteilen koennen.... Aber welche der vielen angebotenen Touren ist wohl die Richtige? ... Aufgrund unseres Low Budget Trips nahmen wir nach kurzer Info einfach die guenstigste Variante. Also ging es frueh morgens los an den Hafen im Sueden von Phuket, der voll war mit lauter wuselden Menschen, die ihr Boot suchten und

weiter mit einer riesigenFaehre Richtung Phi Phi Islands. Mit uns starteten noch ungefaehr 5 andere Schiffe und wahrscheinlich ergibt sich jeden Morgen das gleiche Szenario auch in Krabi und andern Touristenorten. Nach ca. 2-stuendiger Fahrt stiegen wir von der Faehre auf unser Schnorchelboot um. Hiermit umrundeten wir die kleine, schroffe, unbewohnte der beiden Inseln Ko Phi Phi Le, wobei wir auch kurz die beruehmte Maya Bay aus "The Beach" sahen und hielten anschliessend vor der groesseren und bewohnten Insel Ko Phi Phi Don zum Schnorcheln. Bei

guten Wetter eroeffnete sich uns eine farbenpraechtige, fischreiche Korallenwelt, und wir schwommen mit den knallbunten Fischschwaermen um die Wette. Selbst Mama war voellig begeistert. Zur Staerkung ging es dann an Land, wo verschiedene Currys auf die hungrigen Schnorchler warteten. Anschliessend hatten wir natuerlich auch Zeit die Insel, in deren Mitte sich 2 halbkreisfoermige Buchten treffen, zwischen denen ein schmaler Streifen Land uebrig geblieben ist, naeher zu erkunden. Auch diese Insel wurde aufgrund ihrer Beschaffenheit hart vom Tsunami getroffen. Allerdings muss man sagen, d

ass sie dadurch nun nicht ganz so vollgebaut ist (was wohl vorher der Fall war) und man von einem Strand zum anderen druch ein paar Palmen hindurch sehen kann. Es gibt trotzdem jede Menge Restaurants, Bars, Tauch- und Schnorcheltourenanbieter. Von der Insel bieten sich wunderschoene Trauminselausblicke auf die steilen Felsen und andere Teile der Insel. Naja, und auf dem Rueckweg nach Phuket holten wir uns dann noch mal einen richtig schoenen Sonnenbrand an Bord unserer Faehre.
Phuket - Hilton *****

Lustig war mal wieder unser Auftritt: voellig verschwitzt und mit unseren riesigen Rucksaecken auf den Schultern, stiegen wir aus dem oeffentlichen Bus (siehe Bild) direkt vorm Hilton Arcadia Resort&Spa aus. Die Wachen am Haupttor schauten ein wenig irritiert, als wir nicht nach dem Weg, sondern nach der Rezeption fragten. Freundlicherweise liessen sie uns zur Vorrezeption durch. Dort wurden wir dann freundlich begruesst und nach einem etwas unsicheren "Check-in?" und unserem Kopfnicken, durften wir uns dann in die Tram setzen, die ueber das 70 ha grosse Gelaende bis zur eigentlichen Rezeption faehrt. Dort wurden uns dann gleich die Rucksaecke abgenommen - welch unbekannter Service nach unseren letzten Hostelerfahrungen.... Naja, eigentlich wollte man uns eher die Rucksaecke abnehmen, aber die netten Kofferherren hatten so ihre Schwierigkeiten mit dem Gewicht und der Groesse unseres Gepaecks. So brach auch gleich grosses Gelaechter aus, denn einer der Pagen hatte versucht,

sich einen der Rucksaecke im Sitzen aufzusetzen, war aber irgendwie gleich nach hinten gekippt und lag nun strampelnd, wie ein Kaefer der auf dem Ruecken liegt, in der Tram und probierte sich aufzurichten. An der Rezeption wurden wir dann sofort auf ein angenehm bequemes Sofa verwiesen und bekamen einen Welcome - Drink und feuchte Handtuecher, waehrend sich die Damen der Rezeption um die Formalitaeten kuemmerten. Luke hatten wir uebrigens gar nichts von unserem 5*- Resort&Spa erzaehlt und so sass er recht still und mit einem breiten Grinsen in der riesigen, hellen Lobby im asiatischen Stil und konnte es immer noch nicht ganz glauben - er hatte mit einem einfachen Hostel einige Kilometer vom Strand gerechnet... die Ueberraschung war uns wirklich gelungen!
So verbrachten wir dann die naechsten Tage vor allem damit, uns auf unseren

Liegen am Pool oder auf unseren Handtuechern am Strand vom Bauch auf den Ruecken und wieder zurueck zu drehen. Ab und zu sprangen wir natuerlich auch ins Wasser um uns abzukuehlen oder spielten Sqash oder Tennis. Mama fand es immer besonders schoen bei einer leichten Brise auf ihrer Liege zu entspannen uns sich dann einen kleinen Snack oder Drink von einem netten Kellner bringen zu lassen. An den Fruchtdrinks stecken dann immer Ananas in Schmetterlingsform (!). Man muss es sich ja auch mal gut gehen lassen. Ausserdem haetten wir nach einem derart

opulenten Fruehstuecksbuffet, nach dem wir oft erstmal auf unseren klimatisierten Zimmern mit Meerblick (siehe Bild) ausspannen mussten, sowieso nicht mehr viel anderes tun koennen. Ihr wisst ja, ich kann wirklich jede Menge essen, vor allem morgens, aber dieses Buffet mit Mueslis, Fruechten, Salaten, Currys, den bekannten englischen Gerichten, Suppen, Sushi und Gebaeck in allen Variationen schafft selbst mich. Doch ein bisschen konnten

wir uns doch die angefressenen Pfunde an einem der 3 Pools wieder abtrainieren, denn bis man die Poollandschaften, die auf 2 Ebenen liegen und mit jeder Menge Wasserfaellen, Rutschen und Hoehlen aufgepeppt sind, durchschwommen hat, ist man schon ein bisschen unterwegs. Hab ich schon erwaehnt, dass ich dieses Hotel wirklich jedem empfehlen koennte? ;-)
Perfekt abgerundet wurde unser Aufenthalt dann

durch ein wirklich jeden Abend wunderbar farbenpraechtigen Sonnenuntergang, gefolgt von leckerem Essen in einem der umliegenden Restaurants und mindestens einem Cocktail in einer der vielen Bars oder der Hotellounge... Na, konnte ich ein bisschen Neid wecken ;-) ?