Luang Prabang - eine Stadt zum Wohlfuehlen

Mal wieder eilt einer Stadt ein bedeutender Ruf voraus... jeder Backpacker, der bereits in Luang Prabang war, war hellauf begeistert und viele blieben weitaus laenger als geplant. Schon deswegen waren wir sehr gespannt auf die "heimliche Hauptstadt des Landes", die am Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan auf einer Halbinsel liegt. Die abwechslungsreiche Geschichte der frueheren Koenigstadt spiegelt sich vor allem in jahrhundertealten Pagoden und einer suedfranzoesisch anmutenden Stadtbebauung wider. Es liegt eine besondere Ruhe und Gemaechlichkeit ueber dieser Stadt. Hektik ist hier ein Fremdwort. Es gibt nur ganz wenig Verkehr und viel Gruen. Am Besten erkunden kann man dieses Juwel also zu Fuss oder per Fahrrad (was wir taten), indem man sich einfach treiben laesst und auch die vielen Cafes und

kleinen Restaurants nicht auslaesst. Nicht umsonst ist die gesamte Stadt unter anderem wegen ihrer Kolonialarchitektur seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe.
So besuchten wir auch den ein oder anderen Tempel, wie den beruehmten Wat Xieng Tong, der sich an der Nordspitze der Insel befindet. Schon 1560 erbaut repraesentiert er die klassische Architektur von Luang Prabang. Er ist geschmueckt mit beeindruckenden, bunten Mosaiken und die Daecher reichen fast bis auf den Boden. Auf dem Gelaende des Klosters befindet sich auch die koenigliche Begraebniskapelle, in der der riesige Bestattungswagen, der noch nicht einmal durch die Tuer passt, und einige Urnen.

Richtig lohnenswert ist der Aufstieg auf den Phou Si, einen Huegel, der sich mitten in der Stadt befindet und von dessen Spitze aus sich natuerlich eine wunderschoene Aussicht ueber die Stadt, den Mekong und die Gegend ergibt. Auch wenn der schweisstreibende Aufstieg ueber 328 Stufen geht, so ist dieser wenigstens gesaeumt von wohlduftenden Frangipani-Baeumen, ueber dessen heruntergefallende Blueten man stapft, und oben angekommen empfaengt einen auch schon ein kleiner Stand mit Erfrischungen. Bei unserem Aufstieg regnete es allerdings, das war dann erstmal Erfrischung genug.
Ein weiteres Highlight war dann, na was wohl: Shooooping! In Luang Prabang gibt es naemlich einen wunderschoenen Nachtmarkt, auf dem von 18 - 22 Uhr die schoensten Krimskramssachen verkauft werden. Bunte Stoffe, Handtaschen, Lampenschirme, Schmuck, Schals, Kissenbezuege.... also alles das, was Frauen doch so gerne einkaufen, als Geschenk oder auch fuer sich... der naechste Geburtstag kommt bestimmt. Also schlenderten wir allabendlich ueber die Strasse und erfreuten und jedes Mal wieder des tollen Angebotes, juhuuu!
Aber: keine Stadt ohne die passenden Ausfluege... die gibt es von Luang Prabang selbstverstaendlich auch. Einer der Bestseller ist der Kuang Si Wasserfall, etwas eine Stunde per Minibus entfernt, natuerlich umgeben von Dschungel. Der hohe Wasserfall ergiesst sich ueber verschiedene Kalksteinformationen und weitere kleine Wasserfaellchen in eine ganze Reihe von kleinen Becken, die das kuehle Wasser strahlend tuerkis-gruen erscheinen lassen. Nach einer leckeren Baguette-Staerkung (die sind hier besser als in Frankreich), sprangen wir dann auch alle ins kuehle Nass. Sogar ich wagte mich nach kurzem Zoegern ins wunderschoene Wasser... In einem der Pools konnte man sich mit Hilfe einer Art Liane ins Wasser fallen lassen und hatte riesig Spass! Genau das richtige fuer Kathi! Einige Male kletterten Adam und Kathi zur Liane und genossen den Sprung. Und wir machten lustige Fotos. Leider loeschte ich diese dummerweise und ganz aus Versehen kurz darauf von meiner SD-Karte, so dass ich jetzt hier leider das beste Action-Foto nicht praesentieren kann.
Eine weitere Sehenswuerdigkeit konnten wir schon 2 Tage zuvor auf der Bootsfahrt nach Luang Prabang ansteuern, denn wir kamen von Norden: die Hoehlen von Pak Ou. Sie befinden sich direkt oberhalb des Mekong und sind mit ca. 2000 meist kleinen Buddhafiguren jeder Beschaffenheit gefuellt. Leider waren auch diese Bilder mit auf der besagten SD-Karte...
Unterwegs durch den Norden

Da es in Stroemen regnete, als wir von Huay Xai ein Boot ins 190 km entfernte Luang Nam Tha nehmen wollten, mussten wir erstmal auf den Bus ausweichen... es wuerde eine der interessantesten Fahrten unseres Lebens werden... Schon nach kurzer Zeit durch schwieriges, durch den Regen sehr schlammiges Gelaende, konnte unser Bus die Steigung der Piste nicht mehr bewaeltigen und so wurden "Schneeketten" angelegt. Aber selbst mit Diesen war ein Vorankommen nicht abzusehen. Mindestens 10 Mal mussten die Helfer, wohl Sohn und Bruder des Fahrers, den Bus verlassen und mit Hilfe von Schaufeln und Stangen die Raeder von dem dunkelroten Matsch befreien und ein Zurueckrutschen verhindern... Meist quaelte sich der Bus dann also mit weniger als Schrittgeschwindigkeit durch die tropische Landschaft und

wir bangten vor jeder Steigung ob wir es schaffen wuerden oder umdrehen muessten. Vorbei an Jeeps
mit Achsenbruechen und durch viele schlammige Doerfer mit winkenden Kindern fuehrte uns der Weg nach ca. 8 Stunden Fahrt ueber steil abfallende Serpentinen. Bei Einbruch der Dunkelheit hatte der Fahrer den Bus kaum mehr unter Kontrolle, und als wir nur einige Zentimeter vorm Abgrund zum Stillstand kamen, liess er uns lieber aussteigen und zu Fuss die Piste runterglitschen. Direkt darauf rutschte der Bus in die Felswand und blieb stecken... wir waren ja Gott sei Dank ausgestiegen und als es zu regnen anfing, machten wir, also ca. 12 Backpacker, 30 Laoten und ein Karton voll Kueken, uns auf ins naechste kleine Dorf um Unterschlupf zu suchen. Unter einem Haus (die traditionellen Haeuser sind auf Stelzen gebaut) durften wir uns um ein paar Baenke niederlassen. Es gab sogar einen Kiosk, der aber leider noch nicht mal Wasser und insgesamt 3 Flaschen Bier

fuehrte. Da es natuerlich auch keinen Strom gab, war alles sehr dunkel und wir fingen an zu ueberlegen, welche Familie wir fragen koennten, ob wir bei ihnen die Nacht verbringen koennten... gestrandet im laotischen Nichts. Hmm. Ein Amerikaner hatte zufaellig eine Kerze im Rucksack, die er in der Mitte der Gruppe platzierte und so sassen wir alle da, warteten, assen Chips mit eigenartigen Geschmacksrichtungen, ein bisschen wie um ein wintziges Lagerfeuer. Nach ueber 1 1/2 Stunden hoerten wir auf einmal ein sich naeherndes Motorengeraeusch aus der Finsternis. Da der Bus die Strasse voll blockiert hatte, konnte nur er es sein. Juhuu! Ernsthaft erleichtert stiegen alle hastig ein. Nach ca. 2 weiteren Stunden erreichten wir dann um 22:30, nach ueber 12 Stunden Fahrt, die Provinzstadt Luang Nam Tha. Am naechsten Tag erfuhren wir, das die von uns

zurueckgelegte Strecke die zweitschlechteste Strasse von Laos sei. Ein weiterer kompletter Tag in Bus und Pick-up fuehrte uns dann auf richtigen Strassen ins verschlafene und wunderschoen gelegene Nong Khiaw, von wo aus wir am naechsten Tag ein Boot nach Luang Prabang nehmen wollten. Schnell fanden wir 6 Leute, die mitfahren wollten und so schipperten wir endlich mal bei Sonnenschein auf dem wunderschoenen Nam Ou, der wohl schoensten Flussfahrt des Landes, vorbei an beeindruckenden Felsformationen, endlosem Dschungel und vielen Fischern 5 Stunden Richtung Sueden. Viel Sonne und Ruhe und leckere Baguettesandwiches im Gepaeck :-)
Mein Dschungelbuch

Vor ca. 4 Wochen trafen wir Adam am Inle See und sofort am ersten Tag erzaehlte er uns von der "Gibbon Experience", einem Oekoprojekt im laotischen Dschungel, bei dem man auf Baumhaeusern lebt uns sich mit Hilfe von Drahtseilen ueber den Dschungel fortbewegt. Damals war Kathi sofort begeistert und ich veraengstigt. Man erinnere sich bitte an meine Hoehenangst (Nech, Moni).... Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Bruecken, Tuerme, Treppen usw. fuer mich ein Graus. Da wir ein paar Wochen mit Adam reisen wuerden, kam das Gespraech immer wieder auf die Gibbon Experience und ein paar Tage vorher lenkte ich ein. Also buchten wir zu viert 3 Tage im Dschungel.

Morgens um neun,nach einem leckeren Baguette-Fruehstueck, ging es auf der Tragflaeche eines altersschwachen Pickups mit 5 weitern Leuten los. Schon bald kamen wir auf eine breite Schotterpiste, die grade in den immens wichtigen Highway von China nach Thailand verwandelt wird, was auch wirklich noetig ist. Nach 2 Stunden Ruckelei und viel rotem Staub im Gesicht, hielten wir fuer eine kurze Pause an, um dann noch ca. 1 Stunde Richtung Dschungel Projekt, ins Bokeo Nature Reserve zu fahren. Schon nach 5 Minuten (nachdem wir grade durch einen Fluss gefahren waren) konnte unser kleiner Pickup die grosse

Steigung der Piste nicht mehr bewaeltigen und wir mussten ihn -fast in Abgasen verschwindend- anschieben und anschliessend 15 min. lang den Berg steil hinauf laufen. Nach einer weiteren Anschiebaktion kamen wir dann im recht entlegenen Dorf im Bokeo Nature Reserve nahe des Projekts an. Das Dorf bestand aus einigen Bambushuetten und Staellen, und obwohl hier oefter mal Touristen durchkommen, wurden wir gleich neugierig beaeugt. Viele Frauen trugen traditionelle

Kleidung und wie so oft im wirklich recht arm wirkenden laendlichen Laos, liefen viele Kinder ganz nackt oder ohne Hose durch den Matsch. Schweine, Huehner und Truthaehne liefen frei zwischen den Bambushuetten umher. Die Maenner sassen zusammen und spielten Karten. Um nun noch weiter in den Dschungel vordringen zu koennen, mussten wir zu Fuss gehen, oder eigentlich eher wandern und klettern. Insgesamt galt es 3 Fluesse auf nicht vertrauenswuerdig wirkenden Bruecken zu ueberqueren, und schon gleich bei der Zweiten

rutschte ich mit Schwung von den Steinen und knallte schoen ins Wasser, brrr. Kathi unterlag diesem Schicksal bei der dritten Bruecke... und schon hatten wir beide voellig nasse Schuhe und Hosen. Wenigstens begann darauf hin unser Guide uns ein bisschen zu helften, so dass die meisten Anderen trocken blieben. Nach einer kurzen Staerkung begann das Trekking durch den dichten, tiefgruenen Dschungel Richtung Baumhaus. Ein erstes Dschungelfeeling kam auf, als direkt vor Kathi eine ueber 1 Meter lange blau-gruen-glaenzende Schlange den Pfad ueberquerte, ganz schoen knapp. Mir war schon ganz schlecht vor Aufregung, denn ich wusste, was uns am Ende der Wanderung bevorstehen wuerde: der "Aufstieg" zu unserem sich in 30

Meter Hoehe befindlichen Baumhaus... per Kletterguertel und Zipline. Die Zipline ist ein langes Drahtseil, die zwischen den Baumhaeusern und anderen Teilen des Dschungels gespannt ist. Auf diesem Netzwerk von Lines bewegt man sich weiter, in dem man sich wagemutig vom Baum oder von der Station stuerzt und man so mit den Rollen, die ueber ein Kletterseil an dem Guertel befestigt sind, an den Lines haengend, zum naechsten Baum braust. (Schwer vorzustellen, deswegen genau auf die Bilder sehen.) Tja, und da standen wir nun: weiche Knie, Kletterguertel um die Huefte, Sicherheitsleine in der Hand. Uns trennten ca. 50 Meter Line von dem vorerst sicheren Baumhaus in 30 Meter Hoehe...aaaaaah! Nach kurzer Erklaerung und Sicherheitcheck von unserem Guide musste es losgehen. Bei allen ersteinmal mit einem grossen Schrei, sobald sie sich auf der Line befanden. Scheisse, ist das tief...und schnell und haelt das

Seil auch wirklich? ... sichere Landung im Baumhaus und erstmal Teepause. Vom Baumhaus aus bot sich uns ein wunderschoener Blick auf den Dschungel, da der Baum etwas erhoeht stand. Endlose Baumkronen in tiefgruenen Farbtoenen. Eine ganz eigene und beeindruckende Geraeuschkulisse verschiedener Tierlaute und Schreie empfing uns. Rundrum kein Mensch, nur wir, die Gibbons, die Guides und die Koeche, eine Zipline weit vom Baumhaus entfernt. Bald darauf ging es

auf Erkundungstour ueber insgesamt 8 oder 9 Lines zum zweiten Baumhaus, damit wir alles schon einmal gesehen und die Lines mit dem Guide gemeistert hatten. Die Lines haben alle ganz unterschiedliche Laengen und Hoehen, die Groesste und Schnellste ist ca. 300 Meter lang und ueber 100 Meter hoch... ein irres und eigenartiges Gefuehl, nur an einem Seil zu baumeln und so weit unter seinen Fuessen nichts zu haben, ausser irgendwo ein paar Baumkronen. Das Schlimmste war immer, wenn man etwas zu wenig Schwung hatte, denn dann musste man sich unter grosser Kraftanstrengung selbst auf die naechste Station ziehen, indem man sich am Seil entlang hangelte... und das

in dieser Hoehe, meist so 30 bis 40 Meter bis zum Boden. Zurueck in unserem Treehouse 1 freuten wir uns schon sehr aufs laotische Abendessen: Reis und Gemuese. Das wuerde es ab jetzt 3 mal taeglich fuer die gesamte Zeit zu essen geben, aber Kathi und Ich hatten natuerlich vorgesorgt und genuegend Chips und lebensnotwendige Schokolade in unseren Rucksaecken mitgebracht. Auch sehr zur Freude unserer Mitzipliner. Das Essen wird uebrigens in kleinen silbernen Behaeltern von den Koechen ueber die Zipline ins Baumhaus gebracht. Dadurch ergab sich jedes Mal ein geniales Fotomotiv, wenn die teils aelteren Damen mit ihren Roecken und Kletterguertel auf dem Weg zum Baumhaus waren (Siehe Bild). Das erste Mal Reis und Gemuese war aber sehr gut. Die Essensreste werden anschliessend einfach elegant ueber das Gelaender geworfen. Im

Treehouse 1 gibt es sogar fliessend Wasser aus einer nahegelegenen Quelle und eine Dusche. Das Wasser ist wohl das Einzige in ganz Laos, das man so aus dem Hahn trinken kann... lecker. Das Badezimmer ist eine interessante Geschichte: Zum Duschen stellt man sich auf einen Holzrost, durch dessen 2 Quadratzentimeter grosse Loecher man direkt bis auf den Dschungelboden sehen kann. Das gleiche Bild ergibt sich bei der Toilette... Scheisse im freien Fall. Zur Beseitigung dieser und anderer Art Muell werden unter dem Baumhaus 2 Schweine gehalten, die sich grunzend auf alle hinuntergeworfenen Reste stuerzen... alles Oeko. Da es natuerlich keine Elektrizitaet gibt und es schon um 19 Uhr dunkel wird, hatten wir einen riesigen Kerzenverbrauch am ersten Abend. Bevor wir dann ziemlich fertig einschliefen, lauschten wir noch ein bisschen der unglaublichen Geraeuschkulisse. Rund um das Treehouse 1 leben 3 Familien von Gibbonaffen, die meist am fruehen Morgen in wunderschoenen und ganz speziellen Lauten Lieder singen. An den Liedern erkennt

man Geschlecht und Status der Affen innerhalb der Familie. In der ersten Nacht hatten wir dann auch gleich Besuch von irgendeinem groesseren Dschungelgetier, denn am naechsten Morgen waren einige Fruechte angenagt oder verschwunden, sowie auch Georges' Hose angenagt. Bloed, dass es seine Einzige war... Naja, so ist das Dschungelleben halt. Nach einem fruehmorgendlichen Obstfruehstueck hatten wir uns mit einem Guide verabredet und begannen eine anstrengende Trekkingtour ueber die umliegenden Huegel und erreichten nach ca. 1 Stunde das Treehouse 2. Leider sahen wir keine Gibbons und auch sonst keine Tiere, kassierten aber Bienen- und Wespenstiche entlang des Weges. Es gab aber auch ein paar schone Schmetterlinge und Insekten und vor allem riesigen Bambus und Baeume in allen Variationen.

Den Tag verbrachten wir dann alle irgendwo zwischen Trekking, jeder Menge Lines und Baumhauspausen, bevor wir uns am spaeten Nachmittag noch zum Treehouse 3 aufmachten. Leider sah niemand von uns die aufziehenden Wolken, denn kurz nach Verlassen des entlegenen Baumhauses fing es richtig an zu schuetten.... und wir befanden uns mitten im Dschungel, mindestens 5 Lines von unserm Baumhaus entfernt, was tun?

Regen im Regenwald... Nach einiger Diskussion im stroemenden Regen waren wir sowieso schon gut durchnaesst und das Argument Dunkelheit und Dauerregen zusammen seinen noch gefaehrlicher als nur Regen, veranlasste uns dann, uns ueber die Lines zu trauen. Man konnte vor lauter Wasser kaum die Augen oeffnen und der aufkommende Wind peitschte einem ins Gesicht. Durch den Regen wurden die Seile noch schneller und man musste bremsen oder knallte schwungvoll auf die Plattformen. Die Rollen sprizten bei der Geschwindigkeit auch gleich unsere Gesichter und Kleidung voll mit Dreckwasser, fast sahen wir aus wie Krieger. Die kleinen Wanderpfade hatten sich in matschige Rutschbahnen verwandelt und so schlitterten wir Richtung Baumhaus, hielten uns meist bei jedem Schritt an nahen Bambusbaeumen fest. Voellig fertig und so nass wie selten zuvor in unserem Leben erreichten wir

das Baumhaus...puhhh. Unsere Mitbewohner aus Holland und Kanada machten uns erstmal einen heissen Tee, sie hatten sich schon Sorgen gemacht. Kathi hatte sich im Laufe des Tages und auch schon am Vortag lustige Stirnverletzungen (eine linkes, eine rechts) zugezogen, als sie irgendwie probiert haben muss, mit ihrer Stirn am Seil zu bremsen...autsch (siehe Bild). Aber das war einigen Anderen Mitziplinern auch passiert. Danach hatten wir Glueck, denn mit der Dunkelheit legte sich irgendwan der Regen und der Sturm und wir mussten nicht, wie befuerchtet, in Notunterkuenfte am Boden ausweichen. Am Abend kamen dann 2 der Voluntaere zu uns ins Baumhaus und bei laotischem Whiskey erfuhren wir jede Menge ueber das Naturschutzprojekt

und seinen franzoesischen Gruender.
Das Projekt hat das Ziel irgendwann vollstaendig an die Laoten uebergeben zu werden, so das je ein umliegendes Dorf fuer ein Baumhaus zustaendig ist. Die 16 Guides kommen alle aus umliegenden Doerfern und es sind noch ca. 20 Forestranger angestellt, die das Naturschutzgebiet vor Wilderern und Tropenholzraeubern schuetzen. Es gibt ausserdem einige Koeche und 4 Voluntaere, die den Laoten z.B. Englisch beibringen oder ein GPS-System installieren. Ausserdem werden Dorfbewohner angehalten Gemuese und Reis anzubauen, denn es wird bevorzugt aus den umliegenden Doerfern eingekauft. Unter den Forestrangern sind interessanterweise sogar ehemalige Wilderer, die von Projekthelfern sinnvollerweise ueberzeugt werden konnten, die Seite zu wechseln. Das Bokeo Nature Reserve kann so also geschuetzt werden, weil es Alternativen fuer Dorfbewohner bietet und durch die Baumhaeuser genuegend Geld in die Doerfer fliesst.

Am letzten Tag standen wir wieder frueh um 6 Uhr morgens in beeindruckender morgendlicher Geraeuschkulisse auf und gingen noch einmal auf die Lines und durch den Wald, bevor wir gegen 11 Uhr den Rueckmarsch durch den rutschigen Regenwald antraten. Vorher spielten wir aber noch mit dem halbwilden Affen und dem 4 Monate alten Baeren, die in der Naehe der Kueche gehalten werden. Der Affe ist wirklich sehr zutraulich und durchsuchte ersteinmal meine Haare und Augenbrauen, und es machte ihr riesigen Spass mit ihren winzigen Fingern an meinen Armhaaren zu zupfen. Am Tag zuvor hatte sie aufgeregt das gleiche getan und war dann seelenruhig auf meinem Arm eingeschlafen. Im Dorf warteten wir noch bis unser Pickup kam, und nach einer weiteren Anschiebeaktion und einer Mittagspause erreichten wir nach ueber 3 Stunden wieder die Zivilisation. Innerhalb von 1 Minute gings ins Restaurant und wie ausgehungert verschlangen wir alle ein Thunfischsandwich und Pommes (wahrscheinlich koennt ihr euch das genau vorstellen).... und schmunzelten ueber unser Baumhausleben.

(Das bin ich an einer der laengeren Lines)
Sabaidi Laos

Laos, das frueher einmal viel schoener "Reich der 1000 Elefanten" genannt wurde, liegt genau in der Mitte Indochinas und hat als einziges Land keinen Zugang zum Meer. Das buddhistische Laos war frueher einmal franzoesische Kolonie, kam 1975 unter kommunistische Herrschaft und war erstmal fuer Auslaender unzugaenglich. Erst seit Ende der 1980er Jahre ist es Touristen erfreulicherweise wieder erlaubt in Laos zu reisen und seit einigen Jahren gibt es an jedem Grenzuebergang Touristenvisa. Das Land gehoert zu den Aermsten der Welt, was sich vor allem in sehr einfacher Lebensweise in den laendlichen Regionen ausdrueckt. In den Bergen von Laos wird immer noch Mohn angebaut, aus dem Opium gewonnen und ueberall unter der Hand verkauft wird. Der Norden von Laos hat sich mittlerweile auf Oekotourismus spezialisiert. In jeder Stadt sieht man viele Reisebueros, die besondere Touren mit Mountainbike, Kajak oder Trekking durch die wunderschoene Natur und zu verschiedenen Bergvoelkern anbieten, die hier nicht so kommerzialisiert sind, wie die in Thailand.
Also machten wir uns auf, stiegen in ein Boot ueber den Mekhong und landeten offiziell in Indochina. Die ehemalige franzoesische Herrschaft merkt man vor allem daran, dass es an jeder Strassenecke belegte Baguettes gibt. Das finden wir uebrigens ganz prima!
Adventure Day

Nach ein paar ruhigeren Tagen, wollten Kathi und Ich die Umgebung von Chiang Mai mal naeher kennenlernen und uns sportlich betaetigen. Also: ab ins Reisebuero und ne Adventure Tour gebucht. Morgens um 8 ging's los Richtung Norden und wir wurden erstmal ruhig auf den Tag eingestimmt, naemlich mit Elefanten-Trekking. Diesmal gings fast eine Stunde durch Fluesse und ueber Huegel in wunderschoener Dschungelkulisse und das alles im leichten Nieselregen. Das Tolle war aber dieses Mal, das Kathi, der super Tierfan, auf dem Nacken des Elefanten

reiten durfte. Also ohne Sattel oder irgendwelche Sicherheiten. Den Grossteil der Strecke lief der Mahout dann nur hinter uns her, und rief dem riesigen Elefanten ab und an ein paar Anweisungen hinterher, waehrend wir froehlich des Weges trabten. Auf halber Strecke liessen wir uns dann auch ueberreden dem Elefanten ein paar Bananen und Zuckerrohrstangen zu kaufen, die er dann ziemlich schnell und ziemlich gierig verschlung... natuerlich frass er Kathi gerne aus der Hand.

Als naechstes hiess es dann Mountainbiking durch eine nette Dschungellandschaft. Zusammen mit unserem Fuehrer Yod machten wir 4 Maedels uns auf und folgten ihm entlang des Mae Ping ueber teils matschige Wege, durch einen kleinen Bach und ueber viele Huegel.... also ziemlich viel anstrengendes uphill-fahren, was oft wirklich nur im ersten Gang moeglich war. Aber besonders Kathi, die sich ja auch zu Hause oefter mal aufs Mountainbike schwingt, war begeistert. Ich am Ende der Strecke eigentlich eher klitschnass und knallrot... und wir beide von oben bis unter mit Matschspritzern voll.
Dann stand erstmal eine Mittagspause mit leckerem Salat, suessem Obst und Fruehlingsrollen auf dem Programm. Ausserdem konnten wir uns in der Huette schon mal seelisch auf die bevorstehende, 2-stuendige Raftingtour einstimmen, denn am Tage

zuvor hatte es stundenlang monsunartige Regenfaelle gegeben und der Fluss fuehrte so besonders viel braunes Wasser und war dementsprechend auch besonders schnell. Juhuu. Nach einigen lustigen Trockenuebungen, bei der ich gleich mal von einer taiwanesischen Mitrafterin ein Paddel ueber den Kopf gezogen bekam, schwangen wir uns dann mit 6 Leuten und 2 Guides ins grosse, orangene Gummiboot und schon ging es los. Kathi sass natuerlich gleich ganz vorne (gelber Helm), zum Dampfmachen, ich bin die mit dem gruenen Helm in der 2. Reihe. Zu Anfang noch auf etwas ruhigerer Strecke, waren wir alle schon nach 10 Minuten klitschnass, und

das wiederholte sich auch die ganze Fahrt ueber. Schnell hatte man auch den ganzen Mund und das ganze Gesicht voll Schlammwasser, aber das gehoerte mit zum Spass. Todesmutig durchfuhren wir die krassesten Stromschnellen, vorbei an spitzen Felsen und blieben auch nur 2 oder 3 mal kurz vor der Kante an solchen Felsen haengen. Aber durch unsere sehr erfahrenen Guides, kamen wir aus jeder brenzligen Situation recht sicher und schon wieder mal voellig nass wieder heraus, denn bei einigen Stromschnellen fiel das Boot so richtig schoen mit Schwung dem Wasser entgegen (siehe Bild). Es zerbrach waehrend der ganzen Tour sogar nur ein Paddel an

den kantigen Felsen. An den besonders gefaehrlichen Stellen war auch immer ein ganzes Sicherheitsteam stationert, das uns bei eventuellem Umkippen des Bootes wieder aus dem Wasser gefischt haette und auch sonst mit Sicherheitsleinen und Ersatzpaddeln ausgeruestet war. Dieses Sicherheitsteam begleitete uns die ganzen 2 Stunden lang und machte netterweise auch Fotos von uns mit unseren Kameras, sobald sie sahen, dass wir sicher durch die Rapids kamen. Die Bilder sind leider alle ein bisschen unscharf...wir waren einfach ein super Paddelteam und viel zu schnell ;-)
Von den Anweisungen "Foooorward", "Geeeet down", und "Haaaang Ooooon" werde ich bestimmt noch oefter traeumen.

Zum Schluss liessen uns die Guides dann auch noch das lustige "Helicopter-game" spielen, bei dem sich das Boot ganz schnell dreht und im Endeffeckt flippt, so dass alle im braunen Mae Ping landeten. Die restlichen 100 Meter trieben wir dann im Schlammfluss zu unserer Endstation.
Dort zogen wir uns dann aufgrund der wenig tropischen Temperaturen schnell trockene Klamotten an und goennten uns noch eine Staerkung, bevor es wieder nach Chiang Mai ging.
Visakha Bucha Day

Dieser Tag ist in ganz Thailand ein buddhistischer Feiertag. Der Tag erinnert an die Geburt, die Erleuchtung und den Tod, bzw. den Eingang ins Nirwana von Buddha. Tempel im ganzen Land sind gradezu ueberfuellt mit Leuten, die Lesungen ueber die buddhistische Lehre lauschen. Am Abend steht dann das Highlight des Tages auf dem Programm: es gibt lange Prozessionen, bei denen die Glaeubigen Lotusblueten, 3 Raeucherstaebchen und eine brennende Kerze in der Hand halten, und so 3 mal um die Hauptgebauede der Tempel ziehen, in denen sich die wichtige Buddhastatue befindet.
In Chiang Mai findet an diesem Tag sogar

ein grosser traditioneller Pilgermarsch auf den Doi Suthep statt, ein auf einem einige Kilometer entfernt liegendem Berg stehenderTempel. Der Marsch beginnt am spaeten Abend und findet die Nacht hindurch statt, begleitet von Zeremonien bis zum naechsten Morgen. Wir entschlossen und an einer Zeremonie im Wat Chedi Luang teilzunehmen, zusammen mit Science, die uns alles erklaerte. Was bei unserer Zeremonie besonders war, war dass im Endeffekt unter viel Hitze, Feuer und hellen Lichtern bronzene Buddhastatuen gegossen wurden, aus Bronzeplaettchen, auf die die Thais vorher ihren Namen und Wuensche geschrieben hatten. Waehrend des Giessens wurde ein Faden durch die Menge gespannt, den

alle gleichzzeitig festhielten und unter buddhistischem Gemurmel der Moenche so gesegnet wurden. Dann wird das Band von allen ganz aufgeregt in Stuecke zerrissen, die man sich dann als Glueckssymbol um den Arm bindet. Anschliessend umrundet man wie oben beschrieben den Haupttempel 3 mal. Wer noch ein bisschen mehr Geld uebrig hat und gutes Karma braucht, kann auch noch grosse Papierlichter kaufen, die wie Heissluftballone funktionieren und nach einiger Zeit aufsteigen. So ergeben sich wunderschoene Bilder, wenn mehrere solcher Lichter durch den dunklen Himmel fliegen.
Thailand's Norden - Chiang Rai, Chiang Mai

Nach einer doch etwas anstrengenden Zeit in Myanmar, entschlossen wir uns in Nordthailand ersteinmal auszuruhen. Wir nahmen uns schon in Chiang Rai ein grosses, schoenes Zimmer, schrieben tagsueber an unseren Blogs, assen viel (und endlich wieder Fleisch) und besuchten abends den wunderschoenen Nachtmarkt der Stadt. Dort fanden wir uebrigens das leckerste Haehnchen, was wir beide je gegessen hatten. Sowieso ist der Markt total gemuetlich aufgebaut, es gibt viele tolle Krams-Staende und einen riesigen, guenstigen Foodcourt, an dem jeden Abend Gitarren-live-Musik gespielt wird.

Besonders beliebt ist bei uns auch der ueberall angebotene Banana-Roti, eine Art Pfannkuchen, nach dem Kathi mittlerweile suechtig ist...
Nach ein paar Tagen fuhren wir dann nach Chiang Mai, wo wir uns wieder mit Adam und George verabredet hatten. Unsere erste Tour fuehrte uns allerdings erstmal ins Krankenhaus, denn George hatte sich in der Zwischenzeit eine Lebensmittelvergiftung zugezogen. Kathi und Ich hatten die Krankenhaeuser in Thailand wirklich unterschaetzt: George lag in einem riesigen, neuen Einzelzimmer, mit Sofaecke, Kuechenzeile und Bad, hatte eine Mikrowelle und einen DVD-Player und eine lange Fensterfront mit Blick auf die umliegenden Berge. Viel besser waere es auch in einem 4- oder 5-Sterne Hotel nicht gewesen... und das alles zu einem unglaublichen Preis von ungefaehr 30 Euro die Nacht, inklusive Genesung natuerlich. Kurz spielten wir mit dem Gedanken, irgendwie rohe Eier oder rohen Fisch zu uns zu nehmen... wollten dann aber erstmal doch lieber gesund bleiben.

In Chiang Mai stuerzten wir uns dann nach langer Pause mal wieder ins Nachtleben, was besonders gut funktionierte, da Adam vor einiger Zeit Science kennengelernt hatte, eine Thailaenderin, die hier geboren ist und sich so besonders gut in den Clubs und Bars der Stadt auskannte. Wie praktisch. So landeten wir in Clubs, wo wir die einzigen Touristen waren.
Auch in Chiang Mai gibt es wunderschoene Maerkte, Nachtmaerkte und Sonntagsmaerkte, von denen aber leider einige wegen monsunartigen Regenfaellen abgesagt wurden. Also kauften wir uns erstmal ein Regencape und je 3 Buecher und planten unsere restliche Tour.

Ausserdem konnten wir uns ein weiteres Highlight von Chiang Mai nicht entgehen lassen: das Simon Cabaret. Das ist eine Show von Tra(ns)vestiten, die in tollen, bunten, prunkvollen Outfits stecken kombiniert mit einem noch bunteren fantasievollen Buehnenbild. Eigentlich erinnert alles an eine

Las Vegas Show. Und bei einigen "Ladyboys", wie sie hier genannt werden, kommt man aus dem Staunen echt nicht mehr heraus. Allerdings gehoeren hier Ladyboys viel selbstverstaendlicher zum Strassenbild, als es in Deutschland der Fall ist, denn Operationen scheinen nicht teuer zu sein. Sie sind bei den Thais voll akzeptiert und wir haben Viele gesehen, die wirklich viel schoener sind, als die echten Frauen.
Damit die Kultur nun nicht zu kurz kommt, haben Kathi und Ich uns auch noch zum Wat Doi

Suthep geschleppt. Das bekannte Kloster steht auf einem Berg, der sich gleich neben Chiang Mai erhebt, in ca. 1100 Meter Hoehe. Ueber 300 Stufen fuehren hinauf. Mal wieder stellten wir uns die Frage, warum immer alle Kloester und Pagoden auf Bergen stehen muessen... aber wenigstens war der Aufstieg nicht sonderlich schweisstreibend, da sich die Temperaturen in den letzten Tagen der nicht vorhandenen Sonne angepasst haben. Naja. Der goldene Chedi aus dem 16. Jhrd soll echte Buddha-Reliquien enthalten, die einst ein Moench aus Sri Lanka dem damaligen Koenig als Gastgeschenk mitbrachte. Um einen angemessen Platz zur Aufbewahrung zu finden, wurde die Reliquie auf einen Elefantenruecken gespannt, und nachdem dieser den ganzen Berg hinaufgelaufen und an der Spitze (bestimmt vor Erschoepfung) gestorben war, wurde dort der Chedi erbaut. Schoene Legende.
Bye bye Myanmar

Am letzten Tag fuhren wir morgens frueh zu dem supermodernen und riesigen Flughafen von Mandalay (der aber augenscheinlich nur wenig benutzt wird) und flogen nach Tachilek an die thailaendische Grenze. Viele Geruechte hatten wir gehoert, ob und wie es moeglich sein sollte diesen Grenzuebergang zu passieren... und so waren wir wirklich gespannt und setzten unser nettestes Laecheln auf. Es gab fuer uns jedoch keinerlei Probleme, bloss einen grimmigen Grenzbeamten, ca. 40 min. Wartezeit und eine winzige Kopiergebuehr von 10 Baht (ca. 20 Cent). Wir hatten uns sogar die 10 USD Ausreisegebuehr gespart und auf dem guenstigen Grenzmarkt von Tachilek noch mal kraeftig geshoppt...super! Also gings froehlich nach Thailand...
Um Mandalay herum...

Viel gibt es zu sehen, rund um Mandalay und das wollten wir uns natuerlich auch nicht entgehen lassen.
1. Durch unseren netten Rikschafahrer hatten wir am naechsten Tag ein Blue Taxi organisiert, dass uns zu den 3 Ancient Cities, frueheren Hauptstaedten des burmesischen Reiches, bringen sollte. Adam und Michael packten wir gleich mit ein und fuhren mit Fahrer und Guide ersteinmal nach Amarapura. Dort sahen wir

uns die Reste des alten Koenigspalastes an, bevor zu der wunderschoenen weissen Patodawgyi Pagode ging. Der Stupa wurde 1820 im indischen Stil erbaut und ist 50 m hoch. Die unteren drei der fuenf Terrassen sind mit Marmorplatten geschmueckt, aber leider haben Frauen mal wieder keinen Zutritt. Da wir dort dann doch etwas laenger als geplant blieben, weil wir so viele Fotos machten und die Maenner den Ausblick von der Pagode genossen, verpassten wir leider die beruehmte Moenchsspeisung um 11 Uhr im Mahagandayon Kloster. Waere aber auch sowieso sehr touristisch gewesen. Es ist eines der groessten Kloester des Landes und beherbergt bis zu 1500 Moenche. Es gibt dort auch eine Grundschule und ein bekannte Moenchsuniversitaet. Als

naechstes gings dann zur U-Bein-Bruecke, der laengsten Teakholzbruecke der Welt. Sie fuehrt ueber den Taungthaman See und sie zu ueberqueren dauert ueber eine Stunde. Auf der Bruecke befinden sich einige Pavillions mit Sitzbaenken zum Ausruhen. Da dort aber zuviele aufdringliche, wenn auch nette, Verkaeufer ihr Unwesen trieben, gingen Kathi und Ich nicht bis ans andere Ende, sondern kehrten fruehzeitig um. Obwohl wir nichts kaufen wollten, bekam Kathi aber dennoch von einem jungen Maedchen ein Wassermelonenkernarmband geschenkt. Bevor wir zur zweiten Stadt, nach Sagaing fuhren,

machten wir ersteinmal Mittagspause. Die Staerkung brauchten wir auch wirklich, denn schon eine Stunde spaeter erklammen wir die steilen Stufen des Sagaing Hill...nicht dass wir unsere Waden noch vom Mandalay Hill am Vortag spuerten. Vom Sagaing Hill aus hatte man ebenfalls eine wunderschoene Aussicht auf die umliegenden Huegel mit ihren 600 Kloestern und Pagoden, sowie auf das neue grosse internatinale Meditationszentrum, eine Art Buddhismus Uni, von der Teile immer noch im Bau sind. In den Kloestern der Stadt leben 5000 Nonnen und Moenche. Leider hat die Stadt neben ihrer bewegten Vergangenheit als mehrmalige Hauptstadt auch eine sehr traurige Geschichte zu bieten. 1988, also kurz vor dem letzten Regierungswechsel, wurden bei einer Demonstration gegen die Regierung fast 400 protestierende Moenche und Studenten erschossen und einfach im Ayeyarwady Fluss entsortgt.

Um in die dritte Stadt, nach Inwa zu kommen, stiegen wir auf eine kleine Faehre um, denn Inwa liegt auf einer kuenstlichen Insel, die durch 2 Kanaele entstand. Die Stadt wurde 1364 nach dem Ende des Koenigreichs von Bagan gegruendet und war ueber 300 Jahre lang Hauptstadt, wovon man aber nicht mehr sehr viel sieht. Auf der Insel an sich kann man sich nur mit Pferdekarren fortbewegen, wir haben waehrend der ganzen Zeit auch nur zwei Mofas gesehen. Man fuehlt sich dort ein bisschen um 100 Jahre zurueckversetzt, ich habe noch nie Strassen in einem so schlechten Zustand gesehen. Dafuer ist die Landschaft

mit ihren Feldern, die von Wasserbueffeln bearbeitet werden, Pagoden, Kloestern, Palmen und laechelnden Menschen aber umso reizvoller. Hier waren die Highlights der 27 m hohe Wachturm Nanmyin, der seit einem Erdbeben schief im Boden steht, die Htilaingshin Pagode sowie das Bagaya Kloster, das komplett aus fast schwarzem Teakholz gebaut wurde und inmitten der ehemaligen koeniglichen Reisfelder liegt. Im Inneren tragen 267 dunkle Saeulen das Dach, es gibt einen goldenen Buddha und einen riesengrossen, grimmig dreinschauenden Moench.
2. Um der unglaublichen Hitze und der fiesen Luft von Mandalay zu entfliehen und unseren Kreislaeufen mal etwas Abwechslung zu bieten, entschlossen wir uns, einen Tagesausflug ins auf 1100 m Hoehe gelegene Pyin Oo Lwin zu unternehmen. Mit einem vollen Pick-up ging es ca. 2 1/2 Stunden lang, erst auf grader Strecke dann auf hinterhaeltigen Serpentinen dem Ziel entgegen. Pyin Oo Lwin in wie Kalaw eine ehemalige britische Hill Station und auch noch heute scheinen dort grosse, oder zumindest wichtige Teile der burmesischen Armee stationiert zu sein. Kaum aus dem Pickup gestiegen,

erspaehten wir erstmal das Golden Triangle Cafe and Bakery, aus dem wir uns fuer die naechsten 2 Stunden nicht mehr fortbewegten. Es tut doch gut ab und an mal Baguette, Pommes oder Muffins zu essen, worauf wir nun schon so lange verzichtet hatten (Ich weiss, es ist kaum vorstellbar...ICH musste auf Pommes verzichten, aber ich habe ueberlebt :-) ) Anschliessend rafften wir uns auf und wandelten ueber den riesigen Markt des Ortes. Als Kathi nun auch noch guenstig Karotten erstand, waren all unsere Essenstraeume in Erfuellung gegangen. Der Szenerie angemessen mieteten wir uns eine Pferdekutsche fuer eine Stadtrundfahrt, vorbei an vielen Kolonialbauten, durch sehr europaeisch anmutende Strassen, vorbei an einem

Shan-Markt, Kirchen, dem Purcell Uhrturm, einer Moschee bis hin zu einer riesigen und bunten chinesischen Tempelanlage mit einem wunderschoenen Blumengarten, in dem wir erstmal 20 min lang bunte Blumen fotografierten. Da der Botanische Garten der Stadt offenbar von der Regierung finanziert wird, liessen wir diesen aus und gingen stattdessen lieber noch mal kurz in unser geliebtes Cafe, bevor wir uns auf eine weitere abenteuerliche Fahrt (bergab fahren die Pickups natuerlich noch schneller!) zurueck nach Mandalay begaben.
3. Einen Tag hatten wir noch zur Verfuegung, also entschieden wir uns fuer einen weiteren Ausflug, diesmal nach Mingun. Mingun liegt ca. 11 km flussaufwaerts von Mandalay und wurde von dem groessenwahnsinnigen Koenig Bodawpaja ab 1784 ins Leben gerufen. Als wirklich interessant entpuppte sich schon die Ueberfahrt, denn ueberall am Rande des
Ayeyarwady stehen sehr einfache Doerfer aus Bambusverschlaegen, die Leute baden im Fluss, ziehen Schiffe

vom Land aus zu Fuss flussaufwaerts und ab und an treiben grosse Matten an einem vorbei, auf denen ebenfalls kleine Huetten stehen und Menschen leben (sieht Foto). Ausserdem herrscht reger Schiffsverkehr und so ergeben sich mal wieder viele "Winkgelegenheiten". In Mingun angekommen gab's gleich die erste Ueberraschung: Eine grosse Tafel mit einem Rundgang durch Mingun stand da an der Schiffsanlegestelle, sponsored by: Studiosus, Munich. (siehe Bild) Jaja, die Vergangenheit

laesst einen ja irgendwie nicht los... Schon jetzt war es wieder ordentlich heiss und wir schleppten uns von einer Sehenswuerdigkeit zur naechsten, immer wieder mit Star-Cola (unser burmesisches Lieblingsgetraenk) - Pausen dazwischen. In Mingun haengt die groesste noch intakte Glocke der Welt, und so wollten wir es uns natuerlich auch nicht entgegen lassen, diese einmal zu schlagen, denn der Ton war unglaublich tief und dumpf. Weiterhin wollte der groessenwahnsinnige Koenig Bodawpaya hier die groesste Pagode der

Welt errichten..... Sie sollte 150 m hoch werden. Als der Koenig jedoch vorzeitig starb, verfolgte sein Nachfolger das wahnsinnige Projekt nicht weiter, und so sieht man heute dort einen 50 m hohen und irgendwie beeindruckenden Steinhaufen. Schliesslich entspricht der Haufen ja nur 1/3 der geplanten Hoehe der Pagode. Ausserdem konnten wir uns natuerlich auch die Hsinbyume Pagode nicht entgehen lassen. Zum einen, weil sie komplett weiss gestrichen und mit einer wunderschoenen Architektur und vielen Verzierungen gesegnet ist. Zum Anderen, weil sie eine romantische Geschichte hat. Zum Dritten, weil sie auf dem aktuellen Cover vom Lonely Planet Myanmar abegebildet ist, zusammen mit

einem in den Gaengen springenden kleinen Moench und dieses Foto wollten wir unbedingt nachstellen. Gesagt, getan. Und das alles zur grossen Freude einiger Kinder, die an der Pagode Raeucherstaebchen verkauften und uns bei unseren Aufnahmen begeistert zusahen. Nun zur Geschichte: die Pagode liess der besagte Koenig zum Andenken an seine verstorbene Frau Hsinbyume bauen. Sie wurde dem Sulamani Tempel auf dem heiligen Berg Meru (dem

Zentrum der Erde) nachempfunden und soll mit ihren sieben gewellten Terrassen die sieben Meere der buddhistischen Kosmographie darstellen. Da man auf die Mingun Pagode, den grossen roten Ziegelhaufen, ohne Schuhe haette klettern muessen (weil es ja eine Pagode ist, die im unteren Teil einen Buddha beherbergt) liessen wir in Anbetracht der Mittagszeit, der Hitze (bestimmt 40 Grad im Schatten) und der brennenden Sonne, die ebenfalls brennendheisse Ziegel erzeugte, diesen Punkt lieber aus und goennten uns noch eine Star Cola. Auch Lemon Crusher ist im Uebrigen nicht zu verachten.
Zurueck in Mandalay erwartete uns dann ein weiteres Hightlight unserer Reise. Als wir in der Mittagshitze von der Schiffsanlegestelle mit der Rikscha zurueck zum Hostel fuhren, wehte uns aufeinmal ein angenehm kuehler Luftzug aus einem klimatisierten Kino um die Ohren und die Planung fuer die Nachmittagsgestaltung stand fest. Wir schmissen unsere Sachen ins Hostel und kehrten sofort zu dem klimatisierten Kino zurueck. Wir hatten riesen Glueck und es lief sogar

"Firewall" mit Harrison Ford auf Englisch. Ihr koennt euch nicht vorstellen, welch tolles Gefuehl es ist, nach 3 Wochen Hitze in einem klimatisierten Raum zu sitzen, dabei kuehles Wasser zu trinken und ein paar Chips zu essen. Und das alles fuer nur 400 kyat, also ca. 25 Cent. Alleine dieses Erlebnis wertete die Zeit in Burma noch einmal auf, man lernt dort wirklich die kleinen Dinge zu schaetzen. Nach 3 angenehmen Stunden goennten wir uns auch noch ein letzes Mal unser geliebtes Strawberry Desert im Nylon Ice Cream Bar und konnten so Mandalay mit einem positiven Eindruck verlassen.